Eierlikör

Eierlikör selber machen: das Rezept und der richtige Alkohol

Selbst gemachter Eierlikör in Flasche und Glas

Eierlikör ist eines der wenigen Getränke, bei denen die selbst gemachte Variante der gekauften nicht nur ebenbürtig ist, sondern klar überlegen. Frisches Eigelb, echte Vanille, so viel Zucker wie du willst, und eine Basis, die du selbst aussuchst. Zwanzig Minuten Arbeit.

Es gibt nur einen Punkt, an dem die meisten Rezepte im Netz schweigen, und er entscheidet über Geschmack und Haltbarkeit: welchen Alkohol du nimmst und wie viel davon. Die einen Rezepte arbeiten mit Weingeist, die anderen mit 54-prozentigem Rum, wieder andere mit Wodka. Und alle nennen dieselbe Menge, obwohl sich die Stärke des fertigen Likörs damit halbiert.

Deshalb fangen wir hier nicht mit dem Rezept an, sondern mit der Flasche.

Kurz vorweg: Für einen Liter Eierlikör brauchst du rund 370 ml Wodka, aber nur 120 ml Weingeist. Warum, steht gleich hier drunter.


Welcher Alkohol für Eierlikör? Wodka, Korn, Rum oder Weingeist

Alle vier funktionieren. Sie unterscheiden sich in zwei Dingen: im Geschmack und in der Menge, die du brauchst.

Basis Stärke Menge für ca. 1 Liter Likör Was sie mit dem Likör macht
Weingeist / Primasprit 96 % vol ca. 120 ml völlig neutral, Ei und Vanille stehen ganz vorne. Schwer zu bekommen, meist nur online
Rum, 54 % 54 % vol ca. 240 ml die klassische Variante vieler Familienrezepte, leicht süßlich und würzig
Wodka 40 % vol ca. 370 ml am neutralsten unter den normalen Spirituosen, lässt das Ei vorne
Weinbrand oder Cognac 38 % vol ca. 400 ml warm und tief, bringt eigenen Charakter mit
Korn 36 % vol ca. 440 ml weich und getreidig, mild, sehr gut für cremige Liköre
Brauner Rum, 35 % 35 % vol ca. 460 ml Karamell und Vanille, weihnachtlich

Unsere Empfehlung: Wodka, wenn der Eierlikör nach Ei und Vanille schmecken soll. Bei uns passt dafür unser Wodka mit 40 % vol, du brauchst rund 370 ml pro Ansatz. Korn, wenn du eine weiche Getreidenote im Hintergrund magst, dafür nimmst du den Echter Recklinghäuser, ein Weizenkorn mit 36 % vol aus eigener Produktion. Und wenn es weihnachtlich werden soll, braunen Rum wie das Piratengold mit 35 % vol.

Was du nicht nehmen solltest: eine Spirituose, die dir pur nicht schmeckt. Eierlikör kaschiert nichts, im Gegenteil, die Süße hebt Fehlaromen sogar hervor.

Warum sich die Menge ändert: die 14-Prozent-Regel

Eierlikör ist ein rechtlich definierter Begriff. Nach der EU-Spirituosenverordnung braucht er mindestens 14 % vol, dazu mindestens 150 Gramm Zucker und 140 Gramm Eigelb je Liter. Diese 14 Prozent sind nicht nur Formalität, sie sind der Grund, warum sich das Ganze überhaupt hält: Im Eierlikör steckt rohes oder nur leicht erhitztes Eigelb, und der Alkohol ist das Konservierungsmittel.

Rechnen wir es durch. Die Grundmasse ohne Alkohol, also acht Eigelb, 250 Gramm Puderzucker und 375 Milliliter Kondensmilch, ergibt rund 690 Milliliter. Damit der fertige Likör auf 14 % vol kommt, brauchst du:

  • mit Weingeist (96 %): 120 ml, macht 0,8 Liter fertigen Likör
  • mit Rum (54 %): 240 ml, macht 0,93 Liter
  • mit Wodka (40 %): 370 ml, macht 1,06 Liter
  • mit Korn (36 %): 440 ml, macht 1,13 Liter

Das erklärt, warum fast alle alten Familienrezepte mit Weingeist oder hochprozentigem Rum arbeiten: Man braucht wenig davon, und der Likör bleibt dick. Wer dasselbe Rezept mit 250 Millilitern Wodka nachmacht, landet bei etwa 10 % vol. Der schmeckt zwar, ist aber deutlich kürzer haltbar und streng genommen kein Eierlikör mehr.

Faustregel: Je schwächer die Basis, desto mehr davon. Und wer unter 14 % vol landet, behandelt den Likör wie ein frisches Milchprodukt.


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Das Grundrezept für Eierlikör

Zutaten für etwa einen Liter

  • 8 Eigelb, Größe M, sehr frisch (nicht älter als zehn Tage)
  • 250 g Puderzucker
  • 1 Vanilleschote, ausgekratzt, oder 2 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
  • 375 ml gezuckerte Kondensmilch oder 350 ml Sahne
  • 370 ml Wodka (oder eine der Mengen aus der Tabelle oben)
  • 1 Prise Salz

Du brauchst außerdem einen Schneebesen oder Handmixer, einen Topf für das Wasserbad, ein Küchenthermometer und saubere Flaschen.

So gehst du vor

  1. Aufschlagen. Eigelb, Puderzucker, Vanille und Salz mindestens acht Minuten mit dem Mixer auf höchster Stufe schlagen, bis die Masse hell und cremig ist. Das ist der Schritt, an dem die meisten zu früh aufhören.
  2. Kondensmilch einrühren, dann den Alkohol langsam unterrühren. Nicht andersherum, sonst gerinnt es.
  3. Ins Wasserbad. Die Schüssel in einen Topf mit heißem Wasser stellen und unter ständigem Rühren erwärmen. Ziel sind 70 Grad, nachgemessen in der Masse. Halte die Temperatur zwei bis drei Minuten.
  4. Nicht heißer werden lassen. Ab etwa 75 Grad beginnt das Eigelb zu stocken, und du bekommst Rührei mit Alkohol. Deshalb das Thermometer.
  5. Andicken lassen. Die Masse wird beim Rühren spürbar dickflüssiger. Sie soll den Löffelrücken überziehen, mehr nicht. Beim Abkühlen dickt sie noch deutlich nach.
  6. Noch warm abfüllen in sterile Flaschen, nicht ganz voll.
  7. Kalt stellen. Nach ein paar Stunden im Kühlschrank hat der Likör seine endgültige Konsistenz.

Mit oder ohne Wasserbad?

Beides ist verbreitet, und beides funktioniert. Der Unterschied ist nicht der Geschmack, sondern die Haltbarkeit.

Ohne Erhitzen rührst du alles kalt zusammen und füllst ab. Geht schneller, der Likör bleibt etwas heller und lockerer. Er enthält dann aber vollständig rohes Eigelb und gehört in den Kühlschrank, mit einer Haltbarkeit von ein bis zwei Wochen.

Mit Wasserbad erwärmst du die Masse auf 70 Grad. Das bindet den Likör, macht ihn cremiger und reduziert Keime deutlich. In Kombination mit sterilen Flaschen und mindestens 14 % vol hält er dadurch Monate statt Wochen.

Rohes Ei ist ein Thema. Salmonellen sitzen meist auf der Schale, können aber ins Ei gelangen. Deshalb: sehr frische Eier, Schalen vor dem Aufschlagen nicht in die Masse, kühl arbeiten. Für Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem gilt ohnehin, rohe Eier zu meiden. Für die gibt es die erhitzte Variante oder gleich pasteurisiertes Eigelb aus dem Handel.

Wir würden immer erhitzen. Der Aufwand sind zehn Minuten, und du bekommst dafür Haltbarkeit und eine bessere Konsistenz.


Wie lange ist selbst gemachter Eierlikör haltbar?

Die Pauschalantwort "zwei bis drei Wochen" stimmt nur für eine von mehreren Varianten. Es kommt auf drei Dinge an: erhitzt oder nicht, wie stark, und wie sauber abgefüllt.

Machart Haltbarkeit im Kühlschrank
Kalt gerührt, unter 14 % vol 1 Woche
Kalt gerührt, 14 % vol oder mehr 2 bis 3 Wochen
Erhitzt auf 70 Grad, 14 % vol, saubere Flasche 2 bis 3 Monate
Erhitzt, ab 20 % vol, sterile Flasche, ungeöffnet 6 Monate und länger

Immer in den Kühlschrank, auch ungeöffnet. Eierlikör ist kein normaler Likör, er enthält Ei und Milchfett.

Woran du erkennst, dass er hin ist: Er riecht säuerlich oder nach Hefe, er hat sich abgesetzt und lässt sich nicht mehr aufschütteln, oder die Farbe ist ins Bräunliche gekippt. Im Zweifel wegschütten. Ein selbst gemachter Eierlikör kostet ein paar Euro, eine Lebensmittelvergiftung deutlich mehr.


Varianten, die sich lohnen

  • Mit ganzen Eiern. Statt nur Eigelb das komplette Ei verwenden. Das Eiweiß bindet mit und macht den Likör luftiger und weniger schwer. Vorteil nebenbei: kein Eiweiß, das übrig bleibt.
  • Mit Kondensmilch statt Sahne. Gezuckerte Kondensmilch macht den Likör dicker und deutlich haltbarer, weil sie weniger frei verfügbares Wasser mitbringt. Der Klassiker vieler Familienrezepte.
  • Ohne Sahne. Geht mit Vollmilch, der Likör wird dann dünner und weniger reichhaltig. Dafür schmeckt das Ei klarer.
  • Aus dem Thermomix. 8 Eigelb, 250 g Puderzucker, Vanille, 375 ml Kondensmilch und den Alkohol einfüllen, dann 8 bis 10 Minuten bei 70 Grad auf Stufe 3. Danach wie gehabt abfüllen. Das Gerät hält die Temperatur präzise, deshalb ist es für Eierlikör tatsächlich im Vorteil.
  • Weihnachtlich. Eine Prise Zimt, etwas Tonkabohne oder ein Löffel Spekulatiusgewürz. Sparsam dosieren, die Vanille soll führend bleiben.
  • Als Dessert. Über Vanilleeis, in Waffelbechern, auf Schokoladenkuchen oder als Sahnehaube mit etwas geschlagener Sahne untergehoben.

Wenn der Eierlikör nicht wird

Problem Ursache Was du tun kannst
Zu flüssig zu kurz aufgeschlagen oder zu kurz im Wasserbad Nochmal erwärmen und weiterrühren. Denk daran, dass er kalt deutlich nachdickt
Zu fest, fast schnittfest zu lange oder zu heiß erhitzt Mit etwas Milch oder Sahne verdünnen, kalt einrühren
Krisselig oder körnig über 75 Grad gekommen, Eigelb ist gestockt Durch ein feines Sieb passieren, dann mit dem Stabmixer aufmixen. Rettet die meisten Fälle
Geronnen beim Alkohol-Zugeben Alkohol zu schnell dazugegeben Vorbeugen: Alkohol immer langsam einlaufen lassen, nie umgekehrt
Schmeckt scharf nach Alkohol Basis zu kräftig oder zu wenig Zucker Mit etwas Kondensmilch und Puderzucker nachjustieren
Setzt sich in der Flasche ab normal bei Varianten ohne Erhitzen Vor dem Servieren schütteln. Wenn er sich nicht mehr verbindet, ist er hinüber

Abfüllen und verschenken

Eierlikör ist ein sehr gutes Geschenk aus der Küche, gerade zu Weihnachten und Ostern. Ein paar Handgriffe, die den Unterschied machen:

  • Flaschen sterilisieren. Ausspülen reicht hier nicht, weil das Ei ein guter Nährboden ist. Flaschen und Verschlüsse zehn Minuten in kochendem Wasser auskochen oder bei 120 Grad im Backofen sterilisieren, dann heiß befüllen.
  • Nicht randvoll füllen. Der Likör dickt beim Abkühlen nach, und du willst ihn später auch wieder herausbekommen.
  • Etiketten mit Datum. Herstelldatum, verwendete Spirituose und der Hinweis "gekühlt aufbewahren". Selbstgemachtes ohne Datum wird sonst gerne zu lange aufgehoben.
  • Kleine Flaschen. 200 oder 250 Milliliter sehen besser aus und werden schneller leer, was bei einem Produkt mit Ei ein echtes Argument ist.
  • Timing. Wer zu Weihnachten verschenken will, macht ihn ab Anfang Dezember. Frisch ist bei Eierlikör besser als lange gereift, anders als beim Schlehenlikör.

Welche Basis du bei uns findest

Für Eierlikör brauchst du eine klare, saubere Spirituose ohne störenden Eigengeschmack. Bei uns passen dafür:

  • Unser Wodka mit 40 % vol, die neutralste Variante. Rund 370 ml pro Ansatz, eine 0,7-Liter-Flasche reicht also für knapp zwei Liter Eierlikör.
  • Echter Recklinghäuser, Weizenkorn mit 36 % vol aus eigener Produktion, für die weiche Getreidenote. Rund 440 ml pro Ansatz.
  • Vest Weizen mit 34 % vol, die mildeste Variante.
  • Piratengold mit 35 % vol, wenn es die klassische Rum-Note sein soll.

Die ganze Auswahl steht unter klare Spirituosen.


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Häufige Fragen zum Eierlikör

Was ist der beste Alkohol für Eierlikör?

Wodka, wenn der Likör möglichst neutral nach Ei und Vanille schmecken soll. Korn für eine weiche Getreidenote, Rum für die klassische weihnachtliche Variante, Weingeist für Familienrezepte, die mit sehr wenig Flüssigkeit auskommen. Wichtig ist vor allem die Menge: Je schwächer die Spirituose, desto mehr brauchst du.

Wie viel Alkohol brauche ich für einen Liter Eierlikör?

Mit Weingeist (96 %) rund 120 ml, mit Rum (54 %) rund 240 ml, mit Wodka (40 %) rund 370 ml und mit Korn (36 %) rund 440 ml. Ziel sind mindestens 14 % vol im fertigen Likör.

Wie viel Prozent hat selbst gemachter Eierlikör?

Nach der Rezeptur oben etwa 14 bis 15 % vol. Das ist auch der gesetzliche Mindestwert für Eierlikör.

Wie lange ist selbst gemachter Eierlikör haltbar?

Kalt gerührt ein bis drei Wochen im Kühlschrank. Auf 70 Grad erhitzt und in sterile Flaschen gefüllt zwei bis drei Monate, bei höherem Alkoholgehalt auch länger. Immer kühl lagern.

Muss man Eierlikör erhitzen?

Nein, aber es lohnt sich. Das Erhitzen auf 70 Grad bindet den Likör, macht ihn cremiger und verlängert die Haltbarkeit deutlich.

Wie verhindere ich, dass der Eierlikör gerinnt?

Die Temperatur nicht über 75 Grad steigen lassen, dauernd rühren und den Alkohol langsam in die Eimasse geben, nie umgekehrt. Falls es doch passiert: durch ein Sieb passieren und mit dem Stabmixer aufschlagen.

Kann man Eierlikör mit ganzen Eiern machen?

Ja. Der Likör wird dadurch luftiger und etwas weniger schwer, und es bleibt kein Eiweiß übrig.

Warum ist mein Eierlikör zu flüssig?

Meist zu kurz aufgeschlagen oder zu kurz erwärmt. Er dickt im Kühlschrank aber noch deutlich nach, also erst nach ein paar Stunden beurteilen.


Hinweis: Dieser Beitrag richtet sich an Personen ab 18 Jahren. Alkohol in Maßen genießen. Rohe Eier sind für Schwangere, Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen nicht geeignet.

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