Welche Spirituose passt wozu?
Spirituosen unterscheiden sich weniger im Alkoholgehalt als im Zweck. Die meisten liegen zwischen 34 und 44 % vol, aber ob eine Flasche pur getrunken, gemixt oder zum Ansetzen verwendet wird, entscheidet über die Wahl.
Zum Pur-Trinken
Hier zählt der Eigencharakter. Der Schwatte Gin mit 44 % vol ist dafür gemacht: erdiger Wacholder, balsamische Gurke, würziger Kardamom. Auch der Branán Irish Whiskey und der El Gordo Tequila Dorado mit 40 % vol stehen gut für sich allein, bei Zimmertemperatur und in kleinen Gläsern.
Ein Hinweis zur Temperatur: Hochprozentiges aus dem Gefrierfach schmeckt weniger, nicht mehr. Kälte dämpft die Aromen und lässt vor allem den Alkohol durch.
Zum Mixen
Hier ist das Gegenteil gefragt: Die Spirituose soll tragen, nicht dominieren. Unser Wodka mit 40 % vol ist kristallklar im Auftakt und sauber im Abgang, genau das, was ein Moscow Mule oder Cosmopolitan braucht. Der El Gordo Tequila Plato mit 38 % vol passt in Margarita und Paloma, das Piratengold mit 35 % vol in alles, was nach Karamell und Vanille verlangt.
Für Gin Tonic eignet sich der Ur Gin mit 40 % vol, klassisch wacholderbetont nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert.
Zum Ansetzen von Likör
Wer Schlehen-, Nuss- oder Eierlikör selbst macht, braucht eine neutrale oder milde Basis mit mindestens 32 % vol. Darunter konserviert der Alkohol nicht zuverlässig.
- Wodka, 40 % vol: neutral, die Frucht steht allein vorne
- Vest Weizen, 34 % vol: klarer Weizenbrand mit weicher Getreidenote
- Piratengold, 35 % vol: Karamell und Vanille für die weihnachtliche Richtung
Wie das im Einzelnen geht, steht in unseren Ratgebern zu Schlehenlikör, Nusslikör, Limoncello und Eierlikör.
Aus eigener Herstellung
Wir sind eine Privatbrennerei in Recklinghausen. Ein Teil unserer Spirituosen entsteht im eigenen Haus, anderes kommt von Partnern, die wir ausgesucht haben, weil sie zu unserem Sortiment passen. Beides steht nebeneinander, ohne dass wir das eine als das andere ausgeben.
Der Echte Recklinghäuser und der Vest Weizen gehen auf Rezepturen zurück, die seit Generationen im Haus sind. Bei den Gins und Tequilas arbeiten wir teils mit Partnern zusammen, etwa bei der El-Gordo-Reihe.
Lagern und servieren
Spirituosen über 30 % vol halten sich ungeöffnet praktisch unbegrenzt, geöffnet mehrere Jahre. Wichtig sind nur drei Dinge: aufrecht lagern, damit der Alkohol den Korken nicht angreift, dunkel stellen und nicht zu warm.
Was sich verändert, ist die Farbe. Klare Brände werden mit der Zeit leicht gelblich, braune etwas dunkler. Das ist kein Verderb.
Zur Serviertemperatur: Klare Spirituosen wie Wodka und Gin vertragen Kälte gut, weil sie ohnehin wenig Eigenaroma mitbringen. Whiskey, Rum und gereifte Tequilas gehören bei Zimmertemperatur ins Glas, sonst verschwindet genau das, wofür man sie gekauft hat.