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Bratapfellikör selber machen: drei Rezepte und wie lange er hält

Selbst gemachter Bratapfellikör in der Flasche

Bratapfellikör ist das Rezept, mit dem im Dezember halb Deutschland die Küche in eine Likörwerkstatt verwandelt. Apfelsaft, Zimt, Vanille, ein Schuss Rum, fertig. Er ist in vierzig Minuten gemacht, sieht in kleinen Flaschen großartig aus und ist deshalb das Weihnachtsgeschenk aus der Küche schlechthin.

Eine Sache verschweigen die meisten Rezepte allerdings: Was da herauskommt, hat oft nur rund 10 Prozent Alkohol. Das schmeckt hervorragend, ist aber weniger haltbar, als man denkt. Wer eine Flasche verschenkt, die dann bis Ostern im Schrank steht, sollte davon wissen.

Deshalb bekommst du hier drei Rezepturen: die milde für den Sofortverbrauch, eine kräftigere und eine, die über ein Jahr hält. Dazu die Varianten mit echten Äpfeln und mit Goldglitzer.

Kurz vorweg: Für Weihnachten setzt du ihn ab Ende November an. Vier Wochen Ziehzeit machen ihn deutlich runder.


Das Grundrezept mit Apfelsaft

Das ist die Variante, die fast überall steht, und sie ist zu Recht beliebt: schnell, zuverlässig, und man braucht nichts, was man nicht im Supermarkt bekommt.

Zutaten für etwa 3 Liter

  • 2 l Apfelsaft (naturtrüb für mehr Frucht, klar für die goldene Farbe)
  • 200 g brauner Zucker
  • 200 g weißer Zucker oder Kandis
  • 3 Zimtstangen
  • 2 Vanilleschoten, längs aufgeschnitten
  • 2 Sternanis, 3 Nelken
  • 750 ml brauner Rum

So gehst du vor

  1. Sud ansetzen. Apfelsaft, beide Zuckersorten und alle Gewürze in einen Topf geben. Das Mark aus den Vanilleschoten kratzen und die Schoten mit hineingeben.
  2. Aufkochen und ziehen lassen. Einmal aufkochen, dann 10 bis 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
  3. Abkühlen lassen. Das ist der Schritt, an dem es schiefgehen kann: Der Sud muss handwarm oder kälter sein, bevor der Alkohol dazukommt. Sonst verdampft ein Teil davon, und der Likör wird schwächer als geplant.
  4. Gewürze absieben. Durch ein feines Sieb gießen. Wer mag, gibt in jede Flasche ein Stück der ausgekochten Vanilleschote als Deko.
  5. Rum einrühren und alles gut verrühren.
  6. Abfüllen in saubere Flaschen und verschließen.
  7. Ziehen lassen. Trinkbar ist er sofort. Nach vier Wochen ist er deutlich runder, die Gewürze haben sich dann verbunden.

Drei Stärken und was das für die Haltbarkeit heißt

Rechnen wir das Grundrezept einmal durch. Zwei Liter Apfelsaft plus 400 Gramm Zucker ergeben rund 2,25 Liter Sud. Dazu 750 Milliliter Rum mit 40 Prozent, das sind 300 Milliliter reiner Alkohol. Macht auf drei Liter fertigen Likör etwa 10 % vol.

Das ist der Punkt, den kaum ein Rezept erwähnt. Zum Vergleich: Ein Likör muss nach der EU-Spirituosenverordnung mindestens 15 % vol haben. Der klassische Bratapfellikör aus Apfelsaft liegt darunter und ist damit streng genommen eher ein Punsch-Ansatz.

Wichtiger als die Bezeichnung ist die Folge daraus: Bei 10 % vol konserviert der Alkohol nicht mehr zuverlässig. Deshalb steht überall "kühl und dunkel lagern" und "zwei bis drei Monate haltbar", ohne dass jemand den Grund nennt.

Such dir also die Stärke nach dem Verwendungszweck aus:

Variante Rezeptur Ergibt Stärke Haltbarkeit
Mild
für den Sofortverbrauch
2 l Apfelsaft, 400 g Zucker, 750 ml Rum 40 % ca. 3 l ca. 10 % vol 2 bis 3 Monate, kühl und dunkel
Kräftig
zum Verschenken
1 l Apfelsaft, 250 g Zucker, 700 ml Rum 40 % ca. 1,9 l ca. 15 % vol 6 Monate und länger
Haltbar
für den Vorrat
1,5 l Apfelsaft, 300 g Zucker, 600 ml Weingeist 96 % ca. 2,3 l ca. 25 % vol über ein Jahr

Die Gewürzmengen bleiben bei allen drei Varianten gleich. Bei der kräftigen und der haltbaren Variante ist der Sud konzentrierter, deshalb schmeckst du Apfel und Gewürze sogar deutlicher.

Wenn du eine Spirituose mit weniger als 40 % vol nimmst, brauchst du entsprechend mehr davon. Bei 35 % vol rund ein Viertel mehr, also etwa 870 statt 700 Milliliter für die kräftige Variante.


Welcher Alkohol passt?

Bei Bratapfellikör ist die Basis nicht nur Konservierungsmittel, sie schmeckt deutlich mit. Der Sud ist süß und würzig, also darf die Spirituose etwas mitbringen.

Basis Stärke Was sie mit dem Likör macht
Brauner Rum 35 bis 40 % vol der Klassiker. Karamell und Vanille passen zu Apfel und Zimt wie sonst nichts
Wodka 40 % vol neutral, lässt Apfel und Gewürze allein vorne stehen. Für alle, denen Rum zu dominant ist
Korn 36 % vol weich und getreidig im Hintergrund, sehr harmonisch
Calvados 40 % vol Apfelbrand auf Apfelsaft, verstärkt die Frucht. Teurer, aber sehr stimmig
Weingeist 96 % vol geschmacksneutral, nur für die haltbare Variante. Meist nur online erhältlich

Unsere Empfehlung: brauner Rum. Bei uns passt dafür das Piratengold mit 35 % vol, ein Rum-Verschnitt mit Karamellnote. Weil er etwas milder ist als klassische 40-prozentige Rums, rechne rund ein Viertel mehr ein. Wer es neutraler mag, nimmt unseren Wodka mit 40 % vol, für die weiche Variante den Echter Recklinghäuser mit 36 % vol aus eigener Produktion.


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Bratapfellikör mit echten Äpfeln

Die aufwendigere Variante, und geschmacklich die interessantere. Statt Apfelsaft setzt du gebackene Äpfel an. Das dauert länger, dafür bekommst du die Röstaromen, die dem Likör überhaupt erst seinen Namen geben.

  • 4 säuerliche Äpfel, zum Beispiel Boskoop oder Elstar
  • Äpfel entkernen, in Spalten schneiden, mit 2 EL braunem Zucker und Zimt bestreuen
  • Bei 180 Grad rund 25 Minuten backen, bis sie weich sind und Farbe genommen haben
  • Abkühlen lassen, in ein großes Glas geben, mit 750 ml Rum oder Wodka übergießen
  • Gewürze dazu, verschließen, 3 bis 4 Wochen kühl und dunkel ziehen lassen, gelegentlich schwenken
  • Abseihen, nach Geschmack mit Zuckersirup süßen, abfüllen

Das Ergebnis ist dunkler, tiefer und weniger süß als die Saft-Variante. Und weil hier kaum Wasser dazukommt, landest du automatisch bei rund 30 % vol und einer sehr guten Haltbarkeit.

Wer beides will: Backäpfel ansetzen, nach vier Wochen abseihen und den Ansatz mit einem gekochten Apfelsaft-Sud auf die gewünschte Süße und Stärke bringen.


Die Variante mit Goldglitzer

Der Grund, warum Bratapfellikör auf Instagram so gut läuft: Mit essbarem Goldglimmer sieht er aus wie flüssiges Gold, und beim Schwenken wirbelt der Glitzer durch die Flasche.

Wichtig ist nur eines: Der Glimmer muss als Lebensmittel zugelassen sein. Dekoglitzer aus dem Bastelbedarf gehört nicht in ein Getränk. Im Handel findest du das Produkt als essbarer Glitzer oder Lebensmittel-Glimmer, oft auf Basis von Glimmer und Farbstoffen mit E-Nummer.

  • Etwa einen halben Teelöffel auf einen Liter fertigen Likör
  • Erst nach dem Abkühlen unterrühren, nicht mitkochen
  • Der Glitzer setzt sich mit der Zeit ab, das ist normal. Vor dem Servieren schwenken, das ist ja gerade der Effekt
  • Am Geschmack ändert er nichts

Für Flaschen, die verschenkt werden, lohnt sich der Aufwand. Für den Vorrat im Keller nicht.


Weitere Varianten

  • Aus dem Thermomix. Apfelsaft, Zucker und Gewürze in den Mixtopf, 13 Minuten bei 100 Grad auf Sanftrührstufe, danach 30 Minuten ziehen lassen, absieben und den Rum unterrühren. Tipp aus der Thermomix-Ecke: den braunen Zucker vorher mit Zimtstange und Vanilleschote pulverisieren, das bringt mehr Aroma.
  • Mit Sahne. Nach dem Abkühlen 200 ml Sahne unterrühren. Der Likör wird cremig und erinnert an Bratapfel mit Vanillesauce. Achtung: Mit Sahne gehört er in den Kühlschrank und hält nur wenige Wochen.
  • Mit Amaretto oder Calvados. Einen Teil des Rums ersetzen, etwa 100 ml Amaretto für die Marzipannote oder Calvados für mehr Apfel.
  • Als Punsch. Denselben Likör lauwarm servieren, mit einer Haube geschlagener Sahne und etwas Zimt. Nicht kochen, sonst geht der Alkohol raus.
  • Apfellikör ohne Weihnachtsgewürze. Zimt, Nelken und Sternanis weglassen, nur Vanille verwenden. Dann hast du einen Apfellikör, der das ganze Jahr passt.

Wie trinkt man Bratapfellikör?

  • Kalt aus dem Kühlschrank, in kleinen Gläsern, als Digestif
  • Lauwarm mit Sahnehaube, die beliebteste Art im Winter. Vorsichtig erwärmen, nicht kochen
  • Über Vanilleeis oder Milchreis
  • Im Glühwein, ein Schuss macht ihn deutlich runder
  • Mit Sekt aufgegossen als winterlicher Aperitif
  • Im Dessert, etwa in einem Bratapfel-Tiramisu statt Amaretto

Abfüllen und verschenken

  • Flaschen heiß ausspülen oder auskochen. Bei der milden Variante mit 10 % vol ist das wichtiger als bei der starken, weil der Alkohol dort weniger schützt.
  • Kleine Flaschen mit 200 bis 250 ml. Drei Liter Grundrezept ergeben zwölf Geschenke.
  • Etikett mit Datum, verwendeter Spirituose und dem Hinweis, bis wann er getrunken werden sollte. Gerade bei der milden Variante gehört das dazu.
  • Eine Zimtstange oder ein Stück Vanilleschote in die Flasche, das sieht gut aus und aromatisiert weiter.
  • Timing: Ende November ansetzen, dann hat er bis Weihnachten vier Wochen gezogen.

Wenn etwas schiefgeht

Problem Ursache Was du tun kannst
Schmeckt wässrig, kaum nach Alkohol Sud war beim Zugeben noch heiß, Alkohol ist verdampft Vorbeugen: auf handwarm abkühlen lassen. Nachträglich mit etwas Rum aufstocken
Zu süß zu viel Zucker oder sehr süßer Saft Mit einem Schuss Zitronensaft ausgleichen oder mit Rum strecken
Bitter oder zu würzig Gewürze zu lange mitgekocht 10 bis 15 Minuten reichen. Nelken und Sternanis sparsam dosieren
Trüb oder mit Bodensatz naturtrüber Saft, völlig normal Vor dem Servieren schwenken, oder beim nächsten Mal klaren Saft nehmen
Schmeckt nach ein paar Wochen anders Gewürze ziehen nach Gewürze vor dem Abfüllen absieben, nicht in der Flasche lassen
Gärt oder riecht säuerlich zu wenig Alkohol, unsaubere Flasche Wegschütten. Beim nächsten Mal die kräftige Variante und ausgekochte Flaschen

Welche Basis du bei uns findest

Für Bratapfellikör brauchst du eine Spirituose, die zum süßen Gewürzsud passt:

  • Piratengold, Rum-Verschnitt mit 35 % vol. Die klassische Basis, Karamell und Vanille passen perfekt zu Apfel und Zimt.
  • Unser Wodka mit 40 % vol, wenn Apfel und Gewürze pur schmecken sollen.
  • Echter Recklinghäuser, Weizenkorn mit 36 % vol aus eigener Produktion, für die weiche Variante.

Die ganze Auswahl steht unter klare Spirituosen. Wenn du beim Selbermachen bleiben willst, findest du im Ratgeber auch Eierlikör und Schlehenlikör.


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Häufige Fragen zum Bratapfellikör

Wie trinkt man Bratapfellikör am besten?

Kalt in kleinen Gläsern als Digestif oder lauwarm mit einer Haube geschlagener Sahne. Außerdem gut über Vanilleeis, im Glühwein oder mit Sekt aufgegossen.

Wie lange ist selbst gemachter Bratapfellikör haltbar?

Das hängt vom Alkoholgehalt ab. Die übliche Variante mit rund 10 % vol hält kühl und dunkel zwei bis drei Monate. Mit 15 % vol sind es sechs Monate und mehr, mit 25 % vol über ein Jahr.

Wie viel Prozent hat Bratapfellikör?

Selbst gemacht meist etwa 10 % vol, weil der Apfelsaft stark verdünnt. Gekaufte Bratapfelliköre liegen bei 15 bis 20 % vol. Wer selbst höher kommen will, nimmt weniger Saft oder eine stärkere Spirituose.

Kann man Bratapfellikör mit echten Äpfeln machen?

Ja, und das ist die aromatischere Variante. Apfelspalten mit Zucker und Zimt im Ofen backen, dann drei bis vier Wochen in Rum oder Wodka ansetzen und abseihen.

Welcher Alkohol kommt in Bratapfellikör?

Klassisch brauner Rum. Wodka funktioniert genauso und bleibt neutraler, Korn wird weicher, Calvados verstärkt die Apfelnote. Für eine hohe Haltbarkeit nimmt man Weingeist.

Wie bekommt man den Goldglitzer in den Likör?

Mit essbarem Lebensmittel-Glimmer, etwa ein halber Teelöffel auf einen Liter, nach dem Abkühlen untergerührt. Er setzt sich ab und wird vor dem Servieren aufgeschwenkt. Dekoglitzer aus dem Bastelbedarf ist dafür nicht geeignet.

Muss Bratapfellikör ziehen?

Trinkbar ist er sofort. Nach etwa vier Wochen sind die Gewürze eingebunden und er schmeckt deutlich runder.

Warum schmeckt mein Bratapfellikör wässrig?

Meist wurde der Alkohol in den noch heißen Sud gegeben, dabei verdampft ein Teil. Der Sud sollte handwarm oder kälter sein.


Hinweis: Dieser Beitrag richtet sich an Personen ab 18 Jahren. Alkohol in Maßen genießen.

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