Aperitif

Kir Royal: das Rezept und das richtige Verhältnis

Kir Royal selber machen | Boente

Zwei Zutaten, kein Shaker, dreißig Sekunden. Der Kir Royal ist der Aperitif, den man servieren kann, während die Gäste schon im Flur stehen. Und trotzdem geht er erstaunlich oft daneben, weil eine Zahl nicht stimmt.

Die meisten gießen zu viel Likör ins Glas. Dann schmeckt der Kir Royal süß und klebrig statt fruchtig und trocken, und der Schaumwein verschwindet komplett. Das richtige Verhältnis ist deutlich zurückhaltender, als man denkt.

Kurz vorweg: 1,5 bis 2 cl Likör auf ein Glas, mehr nicht. Das sind etwa anderthalb Esslöffel.


Das Originalrezept

Für ein Glas

  • 1,5 bis 2 cl Johannisbeerlikör (Crème de Cassis oder vergleichbar)
  • ca. 10 cl trockener Champagner, Crémant oder Sekt, gut gekühlt
  • optional: eine Zitronenzeste

So gehst du vor

  1. Glas kühlen. Eine Sektflöte kurz ins Gefrierfach oder mit Eiswasser ausspülen. Klingt nach Kleinigkeit, macht aber viel aus, weil der Schaumwein länger perlt.
  2. Likör hinein. 1,5 bis 2 cl auf den Boden des Glases.
  3. Langsam aufgießen. Den gut gekühlten Schaumwein am Glasrand entlang einlaufen lassen, nicht mittig hineinschütten. So bleibt die Kohlensäure erhalten.
  4. Nicht rühren. Der Likör ist schwerer und steigt von allein auf. Das ergibt außerdem den Farbverlauf, der den Drink ausmacht.
  5. Optional garnieren mit einer Zitronenzeste über dem Glas ausgedrückt.

Das richtige Verhältnis

Hier entscheidet sich, ob der Drink funktioniert. Klassisch liegt das Verhältnis bei etwa eins zu sieben, also 1,5 cl Likör auf 10 cl Schaumwein.

Likör pro Glas Ergebnis
1 cl sehr trocken, der Likör ist nur eine Ahnung. Für alle, die Champagner mögen
1,5 cl der Klassiker. Frucht spürbar, Schaumwein bleibt führend
2 cl fruchtbetont, gut wenn der Sekt sehr trocken ist
3 cl und mehr süß und klebrig, die Perlage bricht zusammen

Für eine Flasche Schaumwein mit 0,75 Litern brauchst du also etwa 100 bis 120 ml Likör, das ergibt sieben bis acht Gläser.

Faustregel für Gäste: Eine Flasche Sekt und eine 0,5-Liter-Flasche Likör reichen für zwei Runden à sieben Gläser, und vom Likör bleibt noch reichlich übrig.


Welcher Likör? Crème de Cassis oder Johannisbeerlikör

Klassisch kommt Crème de Cassis ins Glas, ein französischer Likör aus schwarzen Johannisbeeren. Der Begriff ist in der EU geschützt: Ein Likör darf sich nur so nennen, wenn er mindestens 15 % vol hat und über 400 Gramm Zucker je Liter enthält. Daher auch das "Crème" im Namen, das bezieht sich auf die Dichte, nicht auf Sahne.

Ein gewöhnlicher Johannisbeerlikör funktioniert genauso, schmeckt aber anders: meist weniger süß, dafür fruchtiger und klarer. Viele finden das im Kir Royal sogar angenehmer, weil der Drink dann nicht ins Sirupartige kippt.

Likör Typisch Im Kir Royal
Crème de Cassis 15 bis 20 % vol, sehr süß das Original, rund und dicht
Johannisbeerlikör 16 bis 25 % vol, weniger süß fruchtiger und trockener
Himbeerlikör ergibt den Kir Impérial
Pfirsichlikör ergibt den Kir Pêche

Unsere Empfehlung: Der Schwatte Johannisbeer mit 20 % vol. Er ist etwas kräftiger als ein typischer Cassis und bringt eine feine Wacholdernote mit, die dem Drink einen herben Gegenpol zur Süße gibt. Wer den Kir Royal klassisch-süß mag, bleibt bei Crème de Cassis. Wer ihn trockener und eigenständiger will, nimmt den Schwatten.

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Champagner, Sekt oder Prosecco?

Der Name sagt Champagner, die Praxis ist entspannter. Wichtig ist vor allem eines: Der Schaumwein muss trocken sein. Der Likör bringt genug Süße mit, ein halbtrockener Sekt macht daraus einen Sirup.

  • Champagner brut. Das Original. Feine Perlage, hefige Tiefe, teuer
  • Crémant brut. Nach demselben Verfahren hergestellt wie Champagner, aber aus anderen Regionen. Preis-Leistung unschlagbar, unsere Empfehlung für den Alltag
  • Winzersekt brut. Funktioniert hervorragend und kommt aus der Nachbarschaft
  • Prosecco. Die italienische Variante. Fruchtiger und weicher, deutlich weniger Perlage. Schmeckt, ist aber ein anderer Drink
  • Alkoholfreier Schaumwein. Funktioniert erstaunlich gut, weil der Likör den fehlenden Alkohol geschmacklich auffängt

Was nicht passt: alles mit "halbtrocken" oder "mild" auf dem Etikett.


Kir oder Kir Royal? Der Unterschied

Beide bestehen aus Johannisbeerlikör plus Wein. Der Unterschied liegt allein im Wein.

Drink Likör Aufgegossen mit Alkohol
Kir Cassis trockenem Weißwein, klassisch Aligoté ca. 11 % vol
Kir Royal Cassis Champagner oder Sekt ca. 12 % vol
Kir Breton Cassis Cidre ca. 6 % vol
Kir Impérial Himbeerlikör Champagner ca. 12 % vol
Kir Pêche Pfirsichlikör Champagner ca. 12 % vol

Der einfache Kir ist die ältere und in Frankreich alltäglichere Variante. "Royal" wurde er erst, als jemand statt Weißwein Champagner nahm.


Weitere Varianten

  • Kir Breton mit Cidre statt Sekt. Aus der Bretagne, mit rund 6 % vol die leichteste Variante und sehr gut für lange Nachmittage
  • Kir Impérial mit Himbeerlikör. Etwas blumiger und heller in der Farbe
  • Kir Communard mit Rotwein statt Weißwein. Kräftig, eher für den Winter
  • Alkoholfrei mit alkoholfreiem Schaumwein oder mit Traubensaft und Mineralwasser. Der Likör bleibt drin, damit liegt der Drink bei etwa 3 % vol. Ganz ohne Alkohol: Johannisbeersirup statt Likör
  • Als Bowle für viele, wenn nicht jeder einzeln gemixt werden soll: 100 ml Likör in eine Karaffe, eine Flasche Sekt dazu, sofort servieren. Nicht vorbereiten, sonst geht die Kohlensäure verloren

Woher der Name kommt

Benannt ist der Drink nach Félix Kir, von 1945 bis 1968 Bürgermeister von Dijon. Er servierte die Mischung aus Aligoté und Cassis bei offiziellen Empfängen und machte sie damit über die Region hinaus bekannt. Beides sind burgundische Erzeugnisse, der Drink war also auch Regionalpolitik im Glas.

Die Kombination selbst ist älter und hieß vorher schlicht "blanc-cassis". Kir ließ den Namen später schützen, und die Variante mit Champagner bekam den Zusatz "Royal".

In Deutschland kennen viele den Namen aus einer anderen Ecke: Helmut Dietls Fernsehserie von 1986 heißt ebenfalls "Kir Royal" und hat den Drink hierzulande bekannter gemacht als jede Cocktailkarte.


Wenn er nicht schmeckt

Problem Ursache Was du tun kannst
Zu süß, fast klebrig zu viel Likör oder halbtrockener Sekt Bei 1,5 cl bleiben und einen Brut nehmen
Kaum Perlage zu schnell eingegossen oder Glas zu warm Am Glasrand entlang einlaufen lassen, Glas vorkühlen
Kein Farbverlauf gerührt Nicht rühren, der Likör steigt von allein auf
Schmeckt flach Sekt war zu warm Schaumwein bei 6 bis 8 Grad servieren
Zu wenig Frucht Likör zu mild Auf 2 cl gehen oder einen kräftigeren Likör nehmen

Wozu der Kir Royal passt

Als Aperitif vor dem Essen, zur Begrüßung, oder wenn ohne großen Anlass etwas Festliches ins Glas soll. Er passt zu salzigem Gebäck, zu Käse und zu allem, was vor dem eigentlichen Essen gereicht wird.

Wer noch mehr mit Johannisbeerlikör anfangen will: pur auf Crushed Ice als Digestif, über Vanilleeis oder in unseren anderen Ratgebern zum Eierlikör und Schlehenlikör.

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Häufige Fragen zum Kir Royal

Was gehört in einen Kir Royal?

Johannisbeerlikör und Schaumwein, mehr nicht. Klassisch 1,5 bis 2 cl Crème de Cassis auf ein Glas, aufgegossen mit etwa 10 cl trockenem Champagner oder Sekt.

Was ist der Unterschied zwischen Kir und Kir Royal?

Beim Kir wird der Likör mit trockenem Weißwein aufgegossen, klassisch mit burgundischem Aligoté. Beim Kir Royal mit Champagner oder Sekt. Sonst sind beide identisch.

Wie viel Likör kommt in einen Kir Royal?

1,5 bis 2 cl pro Glas, also etwa anderthalb Esslöffel. Das entspricht rund einem Siebtel des Glasinhalts. Mehr macht den Drink süß und lässt die Perlage zusammenbrechen.

Kann man Kir Royal mit Prosecco machen?

Ja. Prosecco ist fruchtiger und hat weniger Perlage als Champagner, das Ergebnis schmeckt etwas weicher. Wichtig ist nur, dass er trocken ist, also brut oder extra dry.

Geht Kir Royal auch ohne Champagner?

Ja, jeder trockene Schaumwein funktioniert. Crémant ist die günstigere Variante nach demselben Herstellungsverfahren, auch deutscher Winzersekt brut passt sehr gut.

Wie viel Prozent hat ein Kir Royal?

Etwa 12 % vol, also ungefähr wie der Schaumwein selbst. Der Likör bringt bei nur 1,5 cl kaum zusätzlichen Alkohol ein.

Kann man Kir Royal vorbereiten?

Nur bedingt. Der Likör kann vorab ins Glas, der Schaumwein muss aber frisch aufgegossen werden. Für größere Runden 100 ml Likör in eine Karaffe geben und direkt vor dem Servieren eine Flasche Sekt dazu.

Woher kommt der Name Kir Royal?

Von Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon zwischen 1945 und 1968. Er servierte die Mischung aus Aligoté und Cassis bei Empfängen. Die Variante mit Champagner bekam den Zusatz Royal.


Hinweis: Dieser Beitrag richtet sich an Personen ab 18 Jahren. Alkohol in Maßen genießen.

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