Grog

Grog: das Grundrezept und so schmeckt er am besten

Grog Rezept | Boente

Grog ist das einfachste Heißgetränk, das es gibt: Rum, heißes Wasser, Zucker. Im Norden sagt man dazu einen Satz, der das ganze Rezept enthält: „Rum muss, Zucker kann, Wasser braucht nicht."

Gemeint ist das als Augenzwinkern, aber es trifft den Kern. Ein Grog lebt vom Rum. Alles andere ist Begleitung, und genau deshalb fällt bei so wenigen Zutaten jeder Fehler sofort auf.

Hier steht, wie das Verhältnis stimmt, warum heißer Alkohol stärker wirkt, als er ist, und was den Grog von Punsch und Glühwein unterscheidet.

Kurz vorweg: Zucker zuerst im heißen Wasser lösen, den Rum zuletzt ins Glas. Und das Wasser sollte nicht mehr sprudeln.


Das Grundrezept

Für ein Glas

  • 4 cl Rum
  • 12 cl heißes Wasser
  • 1 bis 2 Teelöffel brauner Zucker oder Kandis
  • optional: 1 Scheibe Zitrone

So gehst du vor

  1. Glas vorwärmen. Ein hitzefestes Glas oder eine Tasse mit heißem Wasser ausspülen.
  2. Wasser erhitzen. Zum Kochen bringen und kurz stehen lassen, bis es nicht mehr sprudelt. Das sind etwa 85 bis 90 Grad.
  3. Zucker lösen. Zucker ins Glas, heißes Wasser darauf, rühren, bis er sich vollständig gelöst hat.
  4. Rum zuletzt. Erst jetzt den Rum dazugeben und einmal umrühren.
  5. Zitrone nach Geschmack. Eine Scheibe ins Glas oder kurz über dem Glas ausdrücken.

Ergibt etwa 9 % vol und sollte heiß getrunken werden.

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Das richtige Verhältnis

Beim Grog entscheidet fast nur eine Frage: wie viel Rum auf wie viel Wasser. Es gibt kein falsch, aber die Spanne ist groß.

Verhältnis Rum auf Wasser Charakter
1 : 4 3 cl auf 12 cl mild, gut für den ersten Grog
1 : 3 4 cl auf 12 cl der Standard. Der Rum steht vorne, ohne zu stechen
1 : 2 5 cl auf 10 cl kräftig, die Version für kalte Abende an der Küste
1 : 1 6 cl auf 6 cl das ist der Spruch wörtlich genommen. Sehr stark, eher ein Wärmetrunk als ein Getränk

Die Faustregel: Je kräftiger der Rum im Eigengeschmack, desto mehr Wasser verträgt er. Ein milder Rum wird bei 1:4 dünn, ein kräftiger, karamelliger funktioniert dort noch gut.


Warum heißer Grog stärker wirkt

Der gleiche Rum, einmal in kaltem Wasser, einmal in heißem: Der heiße riecht und schmeckt deutlich schärfer. Das ist keine Einbildung.

Wärme lässt Alkohol stärker verdunsten. Ethanol siedet bereits bei etwa 78 Grad, also deutlich unter Wasser. In einem heißen Glas steigt deshalb laufend Alkoholdampf auf, und der landet direkt in der Nase. Man riecht mehr Alkohol, als tatsächlich im Glas ist, und das Getränk wirkt schärfer.

Daraus folgen die drei Handgriffe aus dem Rezept:

  • Das Wasser nicht sprudelnd aufgießen. Kochendes Wasser treibt besonders viel Alkohol aus. Das sticht in der Nase, und ein Teil geht ungenutzt verloren.
  • Den Rum zuletzt. Bis er ins Glas kommt, ist das Wasser schon etwas abgekühlt. Er verliert weniger, und die Aromen bleiben im Glas statt im Raum.
  • Zucker nicht weglassen. Süße mildert das Brennen des Alkohols auf der Zunge. Deshalb gehört Zucker zum Grog, auch wenn er laut Spruch nur „kann".

Dasselbe Prinzip gilt bei jedem heißen Getränk mit Alkohol. Im Punsch kommt der Rum aus genau diesem Grund ebenfalls zum Schluss.


Welcher Rum passt?

Weil im Glas fast nur Rum und Wasser sind, schmeckt man den Rum hier stärker als in jedem anderen Getränk.

Art Charakter Im Grog
Brauner Rum Karamell, Vanille, etwas Holz die klassische Wahl. Bringt genug Eigengeschmack mit, um das Wasser zu tragen
Weißer Rum leicht, neutral wird im heißen Wasser schnell dünn und schmeckt dann vor allem nach Alkohol
Gewürzter Rum Vanille, Zimt, Orange funktioniert gut, wird aber weihnachtlicher und süßer
Inländerrum österreichisch, sehr aromatisch, oft 60 % oder mehr sehr kräftig, eher für Jagertee als für Grog

Teuer muss es nicht sein. Ein lange gereifter Rum mit feinen Fassnoten ist pur besser aufgehoben. Für den Grog zählt ein voller, karamelliger Grundton.

Unser Piratengold ist eine Spirituose auf Rumbasis mit 35 % vol und genau diesem karamelligen Profil. Im Grog bringt er den Charakter, ohne im heißen Wasser scharf zu werden.


Grog, Punsch oder Glühwein?

Drei heiße Getränke, die oft in einen Topf geworfen werden. Sie unterscheiden sich vor allem darin, was die Flüssigkeit ist.

Grog Punsch Glühwein
Basis heißes Wasser Saft oder Tee Wein
Alkohol Rum, zugegeben meist Rum, zugegeben steckt im Wein
Gewürze keine oder kaum Zimt, Nelken, Sternanis Zimt, Nelken, Sternanis
Zubereitung direkt im Glas im Topf im Topf
Stärke etwa 9 % vol 2 bis 9 % vol 9 bis 12 % vol
Region Norddeutschland, Küste überall überall

Der wichtigste Unterschied: Grog wird einzeln im Glas gemacht und ist in zwei Minuten fertig. Punsch und Glühwein sind Topfgetränke für Runden. Wer eine Tasse für sich will, macht Grog.

Die Rezepte für die beiden anderen stehen in unseren Ratgebern zu Punsch und Glühwein.


Woher der Name kommt

Der Überlieferung nach geht der Name auf den britischen Admiral Edward Vernon zurück. Er ließ um 1740 die tägliche Rumration seiner Matrosen mit Wasser verdünnen, angeblich um Trunkenheit an Bord einzudämmen.

Vernon trug gern einen Mantel aus Grogram, einem groben Stoff aus Seide und Wolle, und hatte deshalb den Spitznamen Old Grog. Die verdünnte Ration bekam seinen Spitznamen.

Auch das Wort groggy wird meist auf den Grog zurückgeführt: ursprünglich für den Zustand nach ein paar Gläsern zu viel, heute eher für Erschöpfung.

In Norddeutschland hat sich der Grog über die Seefahrt eingebürgert. Daher auch der Spruch, der im Original meist auf Plattdeutsch zitiert wird.


Varianten, die sich lohnen

  • Teegrog. Starken schwarzen Tee statt Wasser. Bringt Gerbstoffe mit, die dem Grog mehr Halt geben. Im Norden besonders verbreitet.
  • Grog mit Zitrone und Honig. Honig statt Zucker, dazu den Saft einer halben Zitrone. Runder und frischer, der Klassiker bei Erkältungswetter.
  • Mit Butter. Ein kleines Stück Butter und eine Prise Zimt einrühren. Das ist der Hot Buttered Rum, cremiger und deutlich gehaltvoller.
  • Mit Gewürzen. Eine Nelke und ein Stück Zimtstange zwei Minuten im Glas ziehen lassen. Dann ist man schon nahe am Punsch.
  • Mit Whiskey statt Rum. Dazu Honig und Zitrone. Das ist der Hot Toddy, der irisch-schottische Verwandte des Grogs.
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Wer Whiskey und heißen Kaffee lieber mag als heißes Wasser, findet das Rezept im Ratgeber zum Irish Coffee.


Wie stark ist ein Grog?

Er wirkt stärker, als er ist, und das liegt an der Wärme (siehe oben). Tatsächlich liegt er im Standardansatz unter einem Glas Wein.

Ansatz Rum bei 35 % vol Wasser Im Glas
Mild 3 cl 13 cl ca. 6,5 % vol
Standard 4 cl 12 cl ca. 9 % vol
Kräftig 6 cl 10 cl ca. 13 % vol

Die Rechnung für den Standard: 4 cl mit 35 % vol enthalten 14 ml reinen Alkohol, verteilt auf 16 cl im Glas. Das sind knapp 9 % vol. Mit einem Rum von 40 % vol steigt der Wert auf etwa 10 %.


Wenn er nicht schmeckt

Problem Ursache Lösung
Sticht in der Nase Wasser sprudelnd aufgegossen, Rum zuerst Wasser kurz stehen lassen, Rum zuletzt
Schmeckt nach Wasser zu wenig Rum oder zu milder Rum auf 1:3 gehen, braunen Rum nehmen
Schmeckt nur nach Alkohol weißer Rum oder kein Zucker braunen Rum nehmen, einen Teelöffel Zucker einrühren
Zu süß zu viel Zucker oder gesüßter Rum einen Teelöffel, dazu ein Spritzer Zitrone
Wird schnell kalt Glas nicht vorgewärmt Glas mit heißem Wasser ausspülen
Zuckerkörner am Boden Zucker nach dem Rum dazu Zucker zuerst im heißen Wasser lösen

Passend bei uns

Für den klassischen Grog empfehlen wir Piratengold mit seinem karamelligen Profil. Für den Hot Toddy passt unser Branán Irish Whiskey. Alles Weitere steht in der Spirituosen-Auswahl.

Weitere heiße Rezepte stehen in unseren Ratgebern zu Punsch, Glühwein und Irish Coffee.


Häufige Fragen zum Grog

Wie geht ein Grog?

Ein bis zwei Teelöffel braunen Zucker im vorgewärmten Glas mit 12 cl heißem, nicht mehr sprudelndem Wasser auflösen. Dann 4 cl Rum dazugeben, einmal umrühren und nach Geschmack eine Zitronenscheibe hinein.

Was versteht man unter Grog?

Ein Heißgetränk aus Rum, heißem Wasser und Zucker, oft mit Zitrone. Anders als Punsch und Glühwein wird er einzeln im Glas zubereitet und kommt ohne oder mit kaum Gewürzen aus. Verbreitet ist er vor allem in Norddeutschland.

Was heißt „Rum muss, Zucker kann, Wasser braucht nicht"?

Das ist ein norddeutscher Spruch über das Grogrezept. Er sagt augenzwinkernd, worauf es ankommt: Der Rum ist das Wichtigste, Zucker ist erlaubt, und am Wasser sollte man sparen. Wörtlich genommen ergibt das einen sehr starken Grog.

Woher stammt der Name Grog?

Der Überlieferung nach vom britischen Admiral Edward Vernon, der um 1740 die Rumration der Matrosen mit Wasser verdünnen ließ. Er trug einen Mantel aus Grogram-Stoff und hieß deshalb Old Grog. Die verdünnte Ration bekam seinen Spitznamen.

Was bedeutet groggy sein?

Das Wort wird meist auf den Grog zurückgeführt und meinte ursprünglich den Zustand nach ein paar Gläsern zu viel. Heute steht es eher für Erschöpfung oder Benommenheit.

Welcher Rum eignet sich für Grog?

Ein brauner Rum mit Karamell- und Vanillenoten. Er bringt genug Eigengeschmack mit, um das heiße Wasser zu tragen. Weißer Rum wird im Grog schnell dünn. Teure, lange gereifte Rums lohnen sich nicht.

Wie viel Alkohol hat ein Grog?

Mit 4 cl Rum bei 35 % vol auf 12 cl Wasser knapp 9 % vol, also etwas weniger als ein Glas Wein. Er wirkt durch die Wärme stärker, weil mehr Alkoholdampf in die Nase steigt.

Was ist der Unterschied zwischen Grog und Jagertee?

Grog ist Rum mit heißem Wasser und Zucker. Jagertee kommt aus Österreich und wird mit schwarzem Tee, Gewürzen und meist sehr hochprozentigem Inländerrum zubereitet. Er ist deutlich würziger und oft stärker.


Hinweis: Dieser Beitrag richtet sich an Personen ab 18 Jahren. Alkohol in Maßen genießen.

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