Der Eierlikörkuchen ist der Kuchen, den man auswendig kann, sobald man ihn zweimal gebacken hat. Alles 250, ein Rührgang, ab in den Ofen. Kein Wunder, dass er auf jedem Ostertisch steht.
Zwei Fragen tauchen trotzdem immer wieder auf, und beide werden selten sauber beantwortet. Warum kommt Öl statt Butter hinein? Und ist nach dem Backen eigentlich noch Alkohol drin, wenn Kinder mitessen?
Hier steht beides, dazu das Grundrezept und die Mengen für Kastenform, Gugelhupf und Blech.
Kurz vorweg: Ja, es bleibt Alkohol im Kuchen. Etwa ein Viertel von dem, was hineinkam. Die Rechnung dazu steht weiter unten.
- Das Grundrezept: alles 250
- Warum Öl statt Butter?
- Ist nach dem Backen noch Alkohol drin?
- Mengen für Kastenform, Gugelhupf und Blech
- Ober- und Unterhitze oder Umluft?
- Warum manche Kuchen saftiger werden
- Varianten: Schoko, Nuss, Kirschen
- Welcher Eierlikör kommt hinein?
- Wenn der Kuchen nicht wird
- Häufige Fragen
Das Grundrezept: alles 250
Der Grund für die Beliebtheit steckt schon in den Mengen. Vier der fünf Zutaten sind 250, das muss niemand nachschlagen.
Zutaten für eine Gugelhupfform
- 5 Eier, Größe M, zimmerwarm
- 250 g Zucker
- 250 ml neutrales Öl (Sonnenblumen oder Raps)
- 250 ml Eierlikör
- 250 g Mehl (Type 405)
- 1 Päckchen Backpulver
- 1 Prise Salz
- Puderzucker zum Bestäuben
So gehst du vor
- Vorbereiten. Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Form gründlich fetten und mehlen, beim Gugelhupf besonders in den Rillen.
- Eier und Zucker aufschlagen. Mindestens fünf Minuten auf höchster Stufe, bis die Masse hell und cremig ist. Das ist der einzige Schritt, an dem der Kuchen wirklich hängt: Hier kommt die Luft hinein, die ihn locker macht.
- Öl und Eierlikör einrühren, beides langsam und bei niedriger Stufe. Wer hier zu schnell ist, schlägt die Luft wieder heraus.
- Mehl, Backpulver und Salz mischen und in zwei Portionen unterheben. Nur so lange rühren, bis kein Mehl mehr zu sehen ist.
- Backen: 45 bis 55 Minuten bei 180 Grad. Stäbchenprobe machen, es sollte nichts mehr haften.
- Auskühlen lassen, mindestens 15 Minuten in der Form, dann stürzen. Zum Schluss mit Puderzucker bestäuben.
Warum Öl statt Butter?
Das ist keine Bequemlichkeit, sondern der Grund, warum dieser Kuchen auch am dritten Tag noch saftig ist.
Butter wird bei Zimmertemperatur wieder fest. Ein Butterkuchen fühlt sich deshalb nach ein bis zwei Tagen trockener an, obwohl er dieselbe Menge Feuchtigkeit enthält. Das Fett ist einfach nicht mehr flüssig.
Öl bleibt flüssig. Es umhüllt die Mehlpartikel dauerhaft und hält den Kuchen dadurch länger weich. Genau deshalb arbeiten fast alle Eierlikörkuchen-Rezepte mit Öl.
Der Preis dafür: Öl bringt keinen Eigengeschmack mit. Bei diesem Kuchen ist das gewollt, weil Eierlikör und Vanille im Vordergrund stehen sollen. Wer trotzdem Butter nehmen will, nimmt 250 g zerlassene und abgekühlte Butter. Der Kuchen schmeckt dann etwas voller, wird aber schneller fest.
Wichtig beim Öl: ein neutrales nehmen, also Sonnenblumen- oder Rapsöl. Olivenöl schmeckt durch und passt nicht.
Ist nach dem Backen noch Alkohol drin?
Die Frage kommt immer, wenn Kinder mitessen, und die verbreitete Antwort "der verkocht doch" ist falsch.
Es verdampft ein Teil, aber nicht alles. Nach etwa einer Stunde im Ofen bleiben rund 25 Prozent des ursprünglichen Alkohols im Gebäck. Bei kürzeren Backzeiten ist es entsprechend mehr, bei 30 Minuten liegt der Rest noch bei etwa einem Drittel.
Rechnen wir es für dieses Rezept durch:
| Schritt | Menge |
|---|---|
| Eierlikör im Teig | 250 ml mit etwa 20 % vol |
| Reiner Alkohol vor dem Backen | ca. 50 ml |
| Nach 50 Minuten Backzeit bleiben davon | ca. 12 bis 15 ml |
| Verteilt auf 12 Stücke | ca. 1 ml pro Stück |
Was das praktisch heißt: Ein Stück Eierlikörkuchen enthält ungefähr so viel Alkohol wie ein kleines Glas alkoholfreies Bier. Für einen Erwachsenen ist das irrelevant. Für Kinder, Schwangere und Menschen, die aus anderen Gründen keinen Alkohol trinken, ist es trotzdem etwas, das man dazusagen sollte.
Wenn der Kuchen wirklich alkoholfrei sein soll: Ersetze den Eierlikör durch 250 ml Milch plus zwei Päckchen Vanillezucker und einen Esslöffel Speisestärke. Das ergibt keinen Eierlikörkuchen, aber einen sehr guten Vanille-Rührkuchen mit derselben Konsistenz.
Mengen für Kastenform, Gugelhupf und Blech
Das Grundrezept passt in eine Gugelhupfform mit 22 bis 24 cm. Für andere Formen rechnest du so um:
| Form | Faktor | Eier | Zucker, Öl, Likör, Mehl | Backzeit |
|---|---|---|---|---|
| Kastenform 25 cm | 0,6 | 3 | je 150 | 40 bis 45 Min |
| Gugelhupf 22 bis 24 cm | 1 | 5 | je 250 | 45 bis 55 Min |
| Springform 26 cm | 1 | 5 | je 250 | 40 bis 50 Min |
| Blech 30 x 40 cm | 1,6 | 8 | je 400 | 30 bis 35 Min |
Faustregel für die Backzeit: Je flacher der Teig, desto kürzer. Ein Blechkuchen ist deutlich schneller fertig als ein Gugelhupf, obwohl mehr Teig drin ist. Die Stäbchenprobe schlägt jede Zeitangabe.
Ober- und Unterhitze oder Umluft?
Für Rührkuchen ist Ober- und Unterhitze bei 180 Grad die bessere Wahl. Der Kuchen geht gleichmäßiger auf und bekommt eine schönere Kruste.
Umluft funktioniert, dann aber bei 160 Grad, also 20 Grad weniger. Die umgewälzte Luft trocknet den Kuchen stärker aus, was bei einem Kuchen, dessen Hauptargument die Saftigkeit ist, schade wäre.
Umluft lohnt sich nur, wenn du zwei Bleche gleichzeitig backen willst. Für einen Kuchen ist Ober- und Unterhitze immer besser.
Warum manche Kuchen saftiger werden
Bei einem Rezept mit fünf Zutaten liegt der Unterschied fast immer an denselben drei Stellen:
- Zu kurz aufgeschlagen. Eier und Zucker brauchen mindestens fünf Minuten. Die Masse muss deutlich heller werden und beim Anheben in Bändern vom Rührer fallen. Das ist der häufigste Grund für einen kompakten Kuchen.
- Zu lange gebacken. Fünf Minuten zu viel machen aus saftig trocken. Ab Minute 40 alle fünf Minuten die Stäbchenprobe machen.
- Zu heiß gebacken. Viele Öfen laufen 10 bis 20 Grad über der Anzeige. Ein Backofenthermometer für ein paar Euro löst das Problem dauerhaft.
Ein Trick zum Schluss: Den noch warmen Kuchen mit zwei bis drei Esslöffeln Eierlikör beträufeln. Er zieht ein und macht ihn spürbar saftiger. Achtung: Damit steigt der Alkoholgehalt wieder, weil dieser Teil nicht mehr verdampft.
Varianten, die sich lohnen
- Mit Schokolade. 100 g gehackte Zartbitterschokolade oder Schokotropfen unterheben. Vorher in etwas Mehl wenden, dann sinken sie nicht ab.
- Marmoriert. Ein Drittel des Teigs mit zwei Esslöffeln Kakao verrühren, abwechselnd einfüllen und einmal mit der Gabel durchziehen.
- Mit Sauerkirschen. Ein Glas abgetropfte Sauerkirschen unterheben. Die Säure passt hervorragend zur Süße des Likörs.
- Mit Nussstreuseln vom Blech. 150 g Mehl, 100 g Zucker, 100 g Butter und 100 g gemahlene Haselnüsse zu Streuseln verkneten und vor dem Backen darüberstreuen.
- Als Muffins. Dasselbe Rezept ergibt etwa 18 Muffins, Backzeit dann nur 20 bis 25 Minuten.
- Mit Eierlikörguss. 100 g Puderzucker mit drei bis vier Esslöffeln Eierlikör glatt rühren und über den ausgekühlten Kuchen geben.
Welcher Eierlikör kommt hinein?
Jeder handelsübliche Eierlikör funktioniert. Er sollte allerdings mindestens 20 % vol haben, weil dünnere Cremeliköre den Teig zu flüssig machen.
Deutlich besser wird der Kuchen mit selbst gemachtem Eierlikör. Das hat zwei Gründe, die beide mit dem Rezept zu tun haben:
- Du steuerst die Süße. Gekaufter Eierlikör ist meist sehr süß, und im Teig stecken zusätzlich 250 g Zucker. Wer den Likör selbst macht, geht mit dem Zucker runter und bekommt einen Kuchen, der nicht überzuckert schmeckt.
- Du steuerst die Konsistenz. Selbst gemachter Eierlikör ist dicker, dadurch wird der Teig kompakter und der Kuchen saftiger.
Wie das geht, steht ausführlich in unserem Beitrag Eierlikör selber machen. Ein Ansatz ergibt etwa einen Liter, das reicht für vier Kuchen und ein paar Gläser nebenbei.
Für den selbst gemachten Eierlikör brauchst du eine neutrale Spirituose. Am besten passt unser Wodka mit 40 % vol, davon rund 370 ml auf einen Liter Likör.
Für selbst gemachten Eierlikör
Wodka
Ansehen
Wer eine weichere Note mag, nimmt statt Wodka den Vest Weizen, einen klaren Weizenbrand mit 34 % vol aus eigener Produktion.
Wenn der Kuchen nicht wird
| Problem | Ursache | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Kompakt und schwer | Eier und Zucker zu kurz aufgeschlagen | Mindestens fünf Minuten auf höchster Stufe, bis die Masse hell ist |
| Trocken | zu lange oder zu heiß gebacken | Ab Minute 40 Stäbchenprobe. Ofenthermometer prüfen |
| In der Mitte eingefallen | Ofen zu früh geöffnet oder Teig zu flüssig | Die ersten 30 Minuten geschlossen lassen |
| Klebt in der Form | Form nicht gründlich gefettet | Fetten und mehlen, beim Gugelhupf besonders die Rillen |
| Schokostücke am Boden | zu schwer für den Teig | Vorher in Mehl wenden |
| Schmeckt kaum nach Eierlikör | Likör zu mild oder zu wenig | Den warmen Kuchen mit etwas Likör beträufeln |
Aufbewahren und einfrieren
Bei Zimmertemperatur hält sich der Kuchen gut abgedeckt drei bis vier Tage und wird durch das Öl kaum trocken. In den Kühlschrank gehört er nicht, dort wird er fest.
Einfrieren funktioniert problemlos, am besten in Stücken und gut verpackt. Bei Zimmertemperatur auftauen lassen, das dauert ein bis zwei Stunden. Den Puderzucker erst nach dem Auftauen daraufgeben.
Vorbacken für Gäste: Der Kuchen schmeckt am zweiten Tag sogar besser als frisch, weil der Eierlikör dann vollständig durchgezogen ist. Man kann ihn also gut am Vortag backen.
Häufige Fragen zum Eierlikörkuchen
Ist nach dem Backen noch Alkohol im Eierlikörkuchen?
Ja. Nach etwa einer Stunde Backzeit bleiben rund 25 Prozent des ursprünglichen Alkohols im Kuchen. Bei 250 ml Eierlikör mit 20 % vol sind das etwa 12 bis 15 ml reiner Alkohol im ganzen Kuchen, also rund 1 ml pro Stück. Für Erwachsene irrelevant, bei Kindern sollte man es erwähnen.
Warum kommt Öl in den Eierlikörkuchen?
Öl bleibt bei Zimmertemperatur flüssig und hält den Kuchen dadurch länger saftig. Butter wird wieder fest, weshalb Butterkuchen nach ein bis zwei Tagen trockener wirkt. Verwende ein neutrales Öl wie Sonnenblumen- oder Rapsöl.
Soll man Eierlikörkuchen mit Ober- und Unterhitze oder Umluft backen?
Ober- und Unterhitze bei 180 Grad ist die bessere Wahl, der Kuchen geht gleichmäßiger auf und bleibt saftiger. Mit Umluft 160 Grad einstellen, also 20 Grad weniger.
Wie wird der Eierlikörkuchen besonders saftig?
Eier und Zucker mindestens fünf Minuten aufschlagen, nicht zu lange backen und den noch warmen Kuchen mit zwei bis drei Esslöffeln Eierlikör beträufeln.
Welcher Eierlikör eignet sich zum Backen?
Jeder mit mindestens 20 % vol. Selbst gemachter Eierlikör ist im Kuchen besser, weil er dicker ist und man die Süße selbst bestimmen kann.
Kann man Eierlikörkuchen ohne Alkohol backen?
Ja, indem man den Eierlikör durch 250 ml Milch mit zwei Päckchen Vanillezucker und einem Esslöffel Speisestärke ersetzt. Das Ergebnis ist ein Vanille-Rührkuchen mit gleicher Konsistenz.
Wie lange hält sich Eierlikörkuchen?
Abgedeckt bei Zimmertemperatur drei bis vier Tage. Er schmeckt am zweiten Tag sogar besser, weil der Likör vollständig durchgezogen ist. Einfrieren funktioniert ebenfalls.
Wie viel Eierlikör braucht man für einen Kuchen?
250 ml für eine Gugelhupfform, 150 ml für eine Kastenform und 400 ml für ein Blech.
Hinweis: Dieser Beitrag richtet sich an Personen ab 18 Jahren. Alkohol in Maßen genießen. Der gebackene Kuchen enthält Restalkohol, siehe Abschnitt oben.





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