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Orangenlikör selber machen: das Rezept und so schmeckt er am besten

Orangenlikör selber machen | Boente

Orangenlikör steckt in mehr Drinks und Desserts, als man denkt: im Cosmopolitan, in der Margarita, in Crêpes, im Weihnachtsgebäck. Selbst gemacht braucht er nur drei Zutaten, und eine davon entscheidet über alles.

Es ist die Schale, genauer gesagt die richtige Schicht davon. Das Aroma sitzt im dünnen, orangefarbenen Teil, die Bitterkeit im weißen darunter. Wer die Orange mit dem Messer schält und das Weiße mitnimmt, bekommt einen herben, leicht bitteren Likör. Wer nur die äußerste Schicht abzieht, bekommt Orange pur.

Hier stehen das Rezept, wie man richtig schält, die Unterschiede zwischen den Orangenlikör-Stilen und wofür man ihn verwendet.

Kurz vorweg: Unbehandelte Orangen, mit dem Sparschäler nur die orangefarbene Schicht abziehen, nichts Weißes. Das ist der ganze Trick.


Das Grundrezept

Für etwa 800 ml

  • 4 unbehandelte Orangen
  • 500 ml Wodka
  • 200 g Zucker
  • 200 ml Wasser
  • optional: 1 Stück Vanilleschote oder 2 Nelken

So gehst du vor

  1. Orangen waschen. Heiß abwaschen und gut abtrocknen, auch bei Bio-Ware.
  2. Schale abziehen. Mit einem Sparschäler dünne Streifen der orangefarbenen Schale abziehen. Zeigt sich auf der Rückseite Weißes, mit einem kleinen Messer wegschneiden.
  3. Ansetzen. Schalen und nach Wunsch Vanille in ein sauberes Glas geben und mit dem Wodka aufgießen.
  4. Ziehen lassen. Ein bis zwei Wochen kühl und dunkel, alle paar Tage schütteln. Die Flüssigkeit wird kräftig orange.
  5. Sirup kochen. Zucker und Wasser aufkochen, bis der Zucker gelöst ist, und vollständig abkühlen lassen.
  6. Abseihen und mischen. Den Ansatz durch ein feines Sieb gießen, mit dem Sirup verrühren und abfüllen.
  7. Reifen lassen. Zwei Wochen in der Flasche, dann wird er runder.

Ergibt etwa 24 % vol. Das Fruchtfleisch der Orangen nicht wegwerfen, es eignet sich für Saft oder Obstsalat.

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Warum nur die äußere Schale

Eine Orangenschale besteht aus zwei Schichten, und sie könnten unterschiedlicher kaum sein.

Äußere Schicht Innere Schicht
Farbe orange weiß
Fachbegriff Flavedo Albedo
Enthält ätherische Öle, das eigentliche Orangenaroma Bitterstoffe und Pektin
Im Likör bringt Duft und Geschmack macht ihn bitter und trüb

Die ätherischen Öle lösen sich hervorragend in Alkohol. Deshalb reichen ein bis zwei Wochen, um sie fast vollständig herauszuziehen. Die Bitterstoffe der weißen Schicht lösen sich allerdings ebenfalls, und je länger sie im Ansatz liegen, desto mehr.

Daraus folgen zwei Regeln:

  • Sparschäler statt Messer. Mit dem Messer nimmt man fast immer zu viel Weißes mit. Ein Sparschäler oder eine Zestenreibe trifft genau die richtige Schicht.
  • Nicht zu lange ziehen lassen. Zwei Wochen sind genug. Länger bringt kaum mehr Aroma, aber mehr Bitterkeit.

Dasselbe Prinzip gilt für Zitronen, und genau deshalb steht es auch in unserem Ratgeber zu Limoncello an erster Stelle.


Welche Orangen passen?

  • Unbehandelt ist Pflicht. Bei konventionellen Orangen wird die Schale oft gewachst und mit Mitteln gegen Schimmel behandelt. Beides landet sonst direkt im Likör, denn genau die Schale wird ja verwendet.
  • Dicke, aromatische Schale. Navel-Orangen haben meist eine kräftige, gut zu schälende Schale. Saftorangen sind oft dünnschaliger und weniger ergiebig.
  • Blutorangen bringen eine leicht beerige Note mit, die Farbe des Likörs bleibt aber orange, denn das Rot steckt im Fruchtfleisch.
  • Bitterorangen, auch Pomeranzen genannt, sind die Grundlage vieler klassischer Orangenliköre. Sie sind herb und intensiv, bei uns aber selten frisch zu bekommen. Getrocknete Pomeranzenschale gibt es in Apotheken und Gewürzläden.

Ein Tipp für mehr Tiefe: eine Orange durch eine unbehandelte Zitrone oder Mandarine ersetzen. Das bringt Frische und eine zweite Zitrusnote.


Die Stile: klar, bitter oder fruchtig

Orangenlikör ist kein einheitliches Produkt. Im Regal stehen ganz verschiedene Stile, und welcher passt, hängt vom Einsatz ab.

Stil Charakter Typische Stärke Wofür
Triple Sec klar, trocken, intensive Schale 30 bis 40 % vol Cocktails wie Cosmopolitan und Margarita
Curaçao aus Bitterorangen, oft gefärbt 20 bis 30 % vol bunte Cocktails, Blue Curaçao
Auf Weinbrandbasis dunkler, rund, Holznoten um 40 % vol pur, Desserts, Crêpes
Fruchtiger Orangenlikör süß, saftig, mit Fruchtcharakter 15 bis 20 % vol pur auf Eis, mit Sekt, über Eis
Bitterorangenlikör herb, fruchtig, Aperitif 11 bis 25 % vol als Spritz mit Prosecco

Das Grundrezept oben liegt zwischen Triple Sec und fruchtigem Likör: kräftige Schale, mittlere Süße. Wer einen trockeneren Likör für Cocktails möchte, halbiert den Zucker. Wer ihn pur trinken will, nimmt 250 g.

Für alle, die keinen Ansatz abwarten wollen: Zickengold Orange ist ein fruchtiger Orangenlikör mit echtem Fruchtcharakter und 15 % vol, pur auf Eis oder mit Prosecco. Und wer die herbe Richtung mag, findet sie im Aperci, einem Bitterorangenlikör mit 11 % vol für den Spritz.

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Welcher Alkohol passt?

Basis Im Orangenlikör
Wodka die klassische Wahl. Neutral, die Orange steht allein. Ergibt den klaren Triple-Sec-Stil
Weinbrand dunkler und runder, mit Holznoten. Gut zum Puren und für Desserts
Brauner Rum karamellig und weihnachtlich, passt gut zu Vanille und Nelke
Korn funktioniert, die Getreidenote ist aber neben der Orange deutlich zu schmecken

Unser Wodka mit 40 % vol ist neutral genug, damit die Schale den Ton angibt. Wer eine weihnachtliche Version mit Karamell möchte, nimmt Piratengold.


Wie stark wird er?

Die Rechnung: 500 ml Wodka mit 40 % vol enthalten 200 ml reinen Alkohol. Mit 200 ml Wasser und dem gelösten Zucker kommt man auf etwa 830 ml, also rund 24 % vol.

Variante Im Likör
Grundrezept ca. 24 % vol
Trockener Stil, 100 g Zucker und 100 ml Wasser ca. 30 % vol
Süßer Stil, 250 g Zucker und 250 ml Wasser ca. 22 % vol

Für Cocktails ist die trockene Variante näher am klassischen Triple Sec. Zum Puren und für Desserts passt das Grundrezept besser.


Was man mit Orangenlikör machen kann

In Drinks

  • Cosmopolitan. Wodka, Orangenlikör, Cranberry, Limette. Das Rezept steht im Ratgeber zum Cosmopolitan.
  • Margarita. Tequila, Orangenlikör und Limette im Verhältnis 4 : 2 : 2, geschüttelt und mit Salzrand. Dazu passt unser El Gordo Plato.
  • Mit Sekt. 2 cl in die Sektflöte, mit trockenem Sekt auffüllen.
  • Im Glühwein oder Punsch. Ein Schuss pro Tasse bringt eine kräftige Orangennote. Mehr dazu im Punsch-Ratgeber.

In der Küche

  • Crêpes flambiert. Butter und Zucker in der Pfanne karamellisieren, Orangensaft und einen Schuss Likör dazu, die Crêpes darin schwenken.
  • Im Teig. 2 bis 3 Esslöffel in Rührkuchen, Muffins oder Weihnachtsplätzchen.
  • Über Obst. Erdbeeren oder Orangenfilets mit etwas Likör marinieren.
  • In Schokoladendesserts. Orange und dunkle Schokolade sind ein Klassiker, etwa in Mousse au Chocolat.

Orangenlikör ersetzen

Wenn im Rezept Orangenlikör steht und keiner im Haus ist:

  • Im Cocktail: 2 cl Orangenlikör durch 1 cl Zuckersirup und etwas abgeriebene Orangenschale ersetzen. Ein Spritzer Orangensaft hilft, wird aber trüber.
  • Beim Backen: Dieselbe Menge Orangensaft plus einen Teelöffel abgeriebene Schale. Das bringt das Aroma ohne Alkohol.
  • Zum Flambieren: Hier braucht es Alkohol, ein Ersatz ohne funktioniert nicht.

Und Orangenwodka? Das ist im Grunde der erste Schritt dieses Rezepts: Schalen eine Woche in Wodka ziehen lassen, abseihen, fertig. Ohne Zucker bleibt er bei fast 40 % vol und schmeckt trocken nach Orange.


Wie lange hält er?

Mit über 20 % vol, kühl und dunkel gelagert, hält er ein bis zwei Jahre. Das Aroma der Schale verblasst mit der Zeit langsam, im ersten Jahr schmeckt er am besten.

Varianten mit Orangensaft statt Wasser im Sirup sind fruchtiger, aber auch trüber und kürzer haltbar. Sie gehören in den Kühlschrank und sollten innerhalb einiger Monate getrunken werden.

Als Geschenk zu Weihnachten eignet er sich sehr gut: Ein bis zwei Wochen Ziehzeit plus zwei Wochen Reifen, und er ist rechtzeitig fertig, auch wenn man erst im November ansetzt. Wie man ihn hübsch abfüllt, steht im Ratgeber zum Verschenken.


Wenn er nicht gelingt

Problem Ursache Lösung
Bitter weiße Schale mit angesetzt oder zu lange gezogen nur die orangefarbene Schicht, maximal zwei Wochen
Trüb weiße Schale, Saft im Sirup durch einen Kaffeefilter gießen, beim nächsten Mal sauber schälen
Kaum Aroma dünnschalige Orangen, zu wenig Schale Navel-Orangen, fünf statt vier
Wachsiger Beigeschmack behandelte Orangen nur unbehandelte Früchte verwenden
Zu süß für Cocktails Grundrezept ist auf pur ausgelegt Zucker halbieren
Scharf nach Alkohol zu frisch zwei Wochen in der Flasche reifen lassen

Passend bei uns

Als Basis empfehlen wir unseren Wodka. Fertig gibt es den fruchtigen Zickengold Orange und den herben Aperci. Alle Liköre stehen in unserer Likör-Auswahl.

Weitere Liköre zum Selbermachen stehen in unseren Ratgebern zu Limoncello, Weihnachtslikören und Kaffeelikör.


Häufige Fragen zu Orangenlikör

Wie macht man Orangenlikör selber?

Die orangefarbene Schale von vier unbehandelten Orangen mit dem Sparschäler abziehen und ein bis zwei Wochen in 500 ml Wodka ziehen lassen. Dann abseihen und mit einem abgekühlten Sirup aus 200 g Zucker und 200 ml Wasser mischen. Zwei Wochen in der Flasche reifen lassen.

Warum wird mein Orangenlikör bitter?

Weil die weiße Schicht unter der Schale mit angesetzt wurde. Dort sitzen die Bitterstoffe, im orangefarbenen Teil dagegen die Aromen. Mit dem Sparschäler nur die äußere Schicht abziehen und nicht länger als zwei Wochen ziehen lassen.

Was kann man alles mit Orangenlikör machen?

Cocktails wie Cosmopolitan und Margarita mixen, mit Sekt aufgießen oder in Glühwein und Punsch geben. In der Küche passt er zu flambierten Crêpes, in Rührkuchen und Plätzchen, über Obst und in Schokoladendesserts.

Wie kann man Orangenlikör ersetzen?

Im Cocktail durch etwas Zuckersirup mit abgeriebener Orangenschale, beim Backen durch dieselbe Menge Orangensaft plus einen Teelöffel Schale. Zum Flambieren gibt es keinen Ersatz ohne Alkohol.

Wie kann ich Orangenwodka selbst herstellen?

Die orangefarbene Schale von zwei bis drei unbehandelten Orangen eine Woche in 500 ml Wodka ziehen lassen und abseihen. Ohne Zucker bleibt er bei fast 40 % vol und schmeckt trocken nach Orange.

Welche Orangen eignen sich für Orangenlikör?

Unbehandelte Orangen mit dicker, aromatischer Schale, etwa Navel-Orangen. Behandelte Früchte sind ungeeignet, weil Wachs und Schutzmittel auf der Schale direkt im Likör landen.

Was ist der Unterschied zwischen Triple Sec und Curaçao?

Triple Sec ist ein klarer, eher trockener Orangenlikör mit intensiver Schalennote und meist 30 bis 40 % vol. Curaçao wird traditionell aus Bitterorangen gemacht, ist oft süßer und häufig gefärbt, zum Beispiel blau.

Wie lange ist selbst gemachter Orangenlikör haltbar?

Mit über 20 % vol, kühl und dunkel gelagert, ein bis zwei Jahre. Das Aroma verblasst mit der Zeit langsam. Varianten mit Orangensaft gehören in den Kühlschrank und halten einige Monate.


Hinweis: Dieser Beitrag richtet sich an Personen ab 18 Jahren. Alkohol in Maßen genießen.

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