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Vanillelikör selber machen: so holst du das Aroma aus der Schote

Vanillelikör selber machen | Boente

Vanillelikör besteht aus drei Zutaten: Alkohol, Zucker und Vanille. Ob er nach Vanille schmeckt oder nur süß, entscheidet sich an der dritten.

Das Aroma steckt im schwarzen Mark und in der Schote selbst. Eine gute Vanilleschote ist biegsam, glänzt leicht ölig und duftet schon durch die Verpackung. Eine trockene, brüchige Schote gibt im Alkohol nur noch wenig ab, da hilft auch eine längere Ziehzeit kaum. Und Vanillinzucker ist kein Ersatz: Er bringt einen einzigen Aromastoff mit, die Schote mehrere hundert.

Hier stehen zwei Rezepte, die klare Variante zum Ansetzen und die cremige mit Sahne, dazu wie du gute Vanille erkennst, welcher Alkohol passt und wie stark der Likör am Ende wird.

Kurz vorweg: Schoten längs aufschneiden, Mark auskratzen und beides in den Alkohol geben. Den Zuckersirup erst nach der Ziehzeit und erst abgekühlt dazugießen.


Das Grundrezept: klarer Vanillelikör

Für etwa 1 Liter

  • 0,7 Liter Wodka, 40 % vol
  • 3 Vanilleschoten
  • 200 g weißer Zucker
  • 200 ml Wasser

So gehst du vor

  1. Schoten aufschneiden. Jede Schote mit einem spitzen Messer der Länge nach aufschlitzen und das Mark mit dem Messerrücken herauskratzen.
  2. Ansetzen. Mark und Schoten, in zwei bis drei Stücke geschnitten, in ein sauberes Glas geben und mit dem Wodka aufgießen. Verschließen und kräftig schütteln.
  3. Ziehen lassen. Zwei bis vier Wochen dunkel bei Zimmertemperatur. Alle paar Tage schütteln. Ab der zweiten Woche probieren.
  4. Sirup kochen. Zucker und Wasser in einem Topf aufkochen, bis die Flüssigkeit klar ist. Vollständig abkühlen lassen.
  5. Schoten herausnehmen und süßen. Die Schotenstücke herausfischen, dann den kalten Sirup einrühren. Wer es weniger süß mag, gibt den Sirup schrittweise dazu und probiert zwischendurch.
  6. Abfüllen und ruhen lassen. In saubere Flaschen füllen und eine Woche stehen lassen, damit sich Alkohol und Süße verbinden.

Ergibt etwa 27 % vol und hält kühl und dunkel gelagert mehrere Jahre.


Welche Vanille passt?

Vanille ist die fermentierte Fruchtkapsel einer Orchidee. Im Handel begegnen dir vor allem zwei Arten, die sich im Likör deutlich unterscheiden.

Bourbon-Vanille Tahiti-Vanille
Herkunft Inseln im Indischen Ozean, der größte Teil aus Madagaskar Französisch-Polynesien, auch Papua-Neuguinea
Schote schlank, dunkelbraun bis schwarz dicker, sehr saftig
Aroma kräftig, süß, cremig, die klassische Vanille blumig, fruchtig, etwas parfümiert
Im Likör die beste Wahl für den typischen Vanillegeschmack interessant für eine feinere, blumige Variante

„Bourbon“ hat dabei nichts mit Whiskey zu tun. Der Name kommt von der Île Bourbon, dem früheren Namen der Insel Réunion, wo der Anbau dieser Vanille begann. Auf der Packung steht meist „Bourbon-Vanille aus Madagaskar“.

Gute Schoten erkennen

  • Biegsam. Eine gute Schote lässt sich um den Finger wickeln, ohne zu brechen.
  • Glänzend und leicht ölig. Matte, trockene Schoten haben einen großen Teil ihres Aromas verloren.
  • Dunkel. Dunkelbraun bis fast schwarz, gleichmäßig gefärbt.
  • Lang. Gute Schoten messen meist 14 bis 20 cm. Kurze, dünne Schoten haben weniger Mark.
  • Duft. Schon beim Öffnen der Packung deutlich wahrnehmbar.

Feine weiße Kristalle auf der Schote können Vanillin sein, das an der Oberfläche auskristallisiert. Das ist kein Mangel. Weißer oder grünlicher Flaum, vor allem an den Enden, ist dagegen Schimmel. Solche Schoten gehören in den Müll.


Mark und Schote: so holst du das Aroma heraus

Das Mark sind die winzigen schwarzen Samen im Inneren. Es gibt sein Aroma schnell ab, nach wenigen Tagen ist der Wodka schon deutlich gefärbt. Die Schote selbst enthält aber ebenfalls viel Aroma und braucht dafür länger. Deshalb kommt beides in den Ansatz.

  • Längs aufschneiden. So erreicht der Alkohol auch die Innenseite der Schote.
  • In Stücke schneiden. Mehr Schnittfläche, das Aroma löst sich schneller.
  • Nicht erhitzen. Vanille gibt ihr Aroma in Alkohol auch kalt gut ab. Wärme vertreibt nur Alkohol und flüchtige Aromen.

Wie lange ziehen lassen?

Ziehzeit Ergebnis
1 Woche hellgolden, Vanille deutlich, aber noch kantig
2 bis 3 Wochen goldbraun, rund, die Schote hat ihr Aroma weitgehend abgegeben
4 Wochen kräftig, leicht holzig. Länger bringt kaum noch mehr

Die schwarzen Pünktchen vom Mark bleiben im Likör. Sie zeigen, dass echte Vanille drin ist. Wer einen ganz klaren Likör möchte, gießt den Ansatz vor dem Süßen durch einen Kaffeefilter.

Die ausgezogenen Schoten nicht wegwerfen: Getrocknet und in ein Glas mit Zucker gesteckt, ergeben sie nach ein paar Wochen selbst gemachten Vanillezucker.


Warum Vanillin und Vanillezucker nicht dasselbe sind

Viele Rezepte im Netz sparen sich die teure Schote. Das Ergebnis schmeckt dann anders, und das hat einen einfachen Grund.

Vanillin ist der wichtigste Aromastoff der Vanille, aber nur einer von mehreren hundert. Die übrigen sorgen für die cremigen, holzigen und leicht rauchigen Noten, die echte Vanille ausmachen. Fehlen sie, schmeckt der Likör eindimensional süß.

Zutat Was drin ist Im Likör
Vanilleschote das volle Aroma aus Mark und Schote die richtige Wahl
Vanilleextrakt in Alkohol gelöstes Vanillearoma aus echten Schoten brauchbarer Ersatz, etwa 1 bis 2 Teelöffel pro Liter
Vanillezucker Zucker mit einem kleinen Anteil echter, gemahlener Vanille zu wenig Vanille für einen Likör, trübt durch das Pulver
Vanillinzucker Zucker mit dem Aromastoff Vanillin, meist künstlich hergestellt schmeckt flach und künstlich

Für Backwaren reicht Vanillinzucker oft, weil Butter, Ei und Röstaromen viel überdecken. Im Likör ist die Vanille aber das Hauptaroma.


Welcher Alkohol passt?

Die Basis entscheidet, ob die Vanille allein steht oder einen Partner bekommt.

Basis Stärke Im Vanillelikör
Wodka 40 % vol die klassische Wahl. Neutral, die Vanille steht allein
Weizenbrand 32 bis 38 % vol milder, mit weicher Getreidenote, die gut zur cremigen Vanille passt
Spirituose auf Rumbasis 35 bis 40 % vol dunkler und karamelliger, eine eigene Rum-Vanille-Variante
Rauchiger Whisky 40 % vol und mehr passt nicht. Rauch überdeckt die feine Vanille

Unser Wodka ist klar, sauber und trocken und mit 40 % vol stark genug, um das Aroma gut aus der Schote zu lösen. Wer es milder mag, nimmt Vest Weizen, einen klaren Weizenbrand mit 34 % vol und feiner Getreidenote, die mildeste klare Spirituose in unserem Sortiment.

Für die dunkle Variante passt Piratengold. Die Spirituose auf Rumbasis bringt selbst eine Karamell- und Vanillenote mit. Hier reichen zwei Schoten statt drei, und mit braunem statt weißem Zucker im Sirup wird der Likör noch runder.

Boente Wodka Unsere Empfehlung als Basis Wodka 40 % vol · 0,7 Liter · 7,99 € Ansehen

Die cremige Variante mit Sahne

Wer Vanillelikör eher als Dessert im Glas mag, macht die cremige Version. Sie ist in einer Viertelstunde fertig, braucht keine Ziehzeit, muss aber in den Kühlschrank.

Für etwa 900 ml

  • 200 ml Sahne, gut gekühlt
  • 150 ml Milch, gut gekühlt
  • 1 Dose gezuckerte Kondensmilch, 397 g
  • Mark von 1 Vanilleschote
  • 250 ml Wodka

So gehst du vor

  1. Milchprodukte verbinden. Sahne, Milch und Kondensmilch auf niedriger Stufe verrühren. Nicht aufschlagen.
  2. Vanille dazu. Das Mark einrühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind.
  3. Wodka zuletzt. In einem dünnen Strahl einlaufen lassen und dabei weiterrühren.
  4. Abfüllen. In ausgekochte Flaschen füllen und sofort kalt stellen. Nach einem Tag schmeckt er runder.

Alle Zutaten sollten kalt sein und der Alkohol kommt zuletzt, sonst flockt die Sahne aus. Warum das so ist, steht ausführlich in unserem Ratgeber zum Sahnelikör.

Wer schon einen klaren Vanilleansatz hat, kann die 250 ml Wodka durch den ungesüßten Ansatz ersetzen und das Mark weglassen.


Wie stark wird er?

Die Rechnung für die klare Variante: 0,7 Liter Wodka mit 40 % vol enthalten 280 ml reinen Alkohol. 200 g gelöster Zucker nehmen etwa 125 ml Raum ein, zusammen mit 200 ml Wasser ergibt das gut 320 ml Sirup. Mit dem Wodka sind das rund 1.020 ml. 280 ÷ 1.020 = 0,27, also etwa 27 % vol.

Die Rechnung für die cremige Variante: 250 ml Wodka mit 40 % vol enthalten 100 ml reinen Alkohol. Sahne, Milch und etwa 300 ml Kondensmilch bringen 650 ml dazu. 100 ÷ 900 = 0,11, also etwa 11 % vol.

Variante Reiner Alkohol Im fertigen Likör
klar mit Wodka, 40 % vol 280 ml ca. 27 % vol
klar mit Piratengold, 35 % vol 245 ml ca. 24 % vol
klar mit Vest Weizen, 34 % vol 238 ml ca. 23 % vol
cremig mit Wodka 100 ml ca. 11 % vol

Ein Teil des Ansatzes bleibt in den Schoten hängen, und beim Kochen verdampft etwas Wasser aus dem Sirup. Die Werte sind deshalb gerundete Schätzungen. Genau messen lässt sich der Alkoholgehalt zu Hause nur mit einem Alkoholmeter.


Wie lange hält Vanillelikör?

Variante Lagerung Haltbarkeit
klar kühl und dunkel, Zimmertemperatur reicht mehrere Jahre
cremig Kühlschrank, gut verschlossen etwa zwei bis drei Wochen

Die klare Variante wird mit der Zeit etwas dunkler und weicher. Eine ganze Schote darf als Hingucker in der Flasche bleiben, das Aroma wird dann über Monate langsam kräftiger und holziger.

Die cremige Variante begrenzt die frische Sahne. Eine Fettschicht oben ist normal und verschwindet beim Schütteln. Riecht der Likör säuerlich oder bilden sich Klumpen, die sich nicht mehr lösen, gehört er weggeschüttet.

Wer bis Weihnachten fertig sein will, setzt die klare Variante bis Mitte November an. Mit drei Wochen Ziehzeit und einer Woche Ruhe ist sie Mitte Dezember abgefüllt. Die cremige macht man erst kurz vor dem Fest.


Was die Vanille kostet

Vanille gehört zu den teuersten Gewürzen. Die Blüten werden von Hand bestäubt, und bis zur fertigen Schote vergehen viele Monate mit Ernte, Fermentation und Trocknung. Dazu schwanken die Preise stark mit den Ernten in Madagaskar.

Einzeln abgepackt im Supermarkt ist die Schote am teuersten. In größeren Packungen aus dem Gewürzhandel wird sie meist deutlich günstiger. Bei drei Schoten pro Liter macht die Vanille trotzdem einen großen Teil der Kosten aus.

Selbst gemachter Vanillelikör ist damit selten günstiger als ein fertiger. Dafür bestimmst du Vanillesorte, Süße und Basis selbst, und als Geschenk hat er einen eigenen Wert.


Wozu man ihn trinkt

  • Pur. Gut gekühlt in kleinen Gläsern als Digestif.
  • Auf Eis. Über Crushed Ice oder mit kalter Milch auf Eis.
  • Im Kaffee. 2 cl in einen Milchkaffee oder Cappuccino.
  • Über Eis und Obst. Über Vanilleeis, Beeren oder Bratapfel. Weitere Ideen für Desserts mit Likör stehen in unserem Ratgeber zu Tiramisu und Desserts mit Eierlikör.
  • Im Eggnog. 3 cl des Rums durch Vanillelikör ersetzen. Das Rezept steht im Ratgeber zum Eggnog.
  • Im Irish Coffee. 1 cl Vanillelikör zusätzlich zum Whiskey. Den Zucker trotzdem im Kaffee lassen, sonst hält die Sahneschicht nicht.

Abgefüllt in kleine Flaschen ist Vanillelikör ein gutes Geschenk aus der Küche. Wie du ihn schön verpackst und was aufs Etikett gehört, steht in unserem Ratgeber Likör verschenken.


Wenn er nicht gelingt

Problem Ursache Lösung
Kaum Vanillegeschmack trockene, alte Schoten oder zu kurz gezogen biegsame, glänzende Schoten verwenden, eine Woche länger ziehen lassen
Schmeckt künstlich Vanillinzucker oder Aroma statt Schote echte Schoten oder Vanilleextrakt nehmen
Holzig, leicht bitter Schoten zu lange im Ansatz nach drei bis vier Wochen herausnehmen, mit etwas Sirup abrunden
Schwarze Pünktchen Vanillemark, normal drin lassen oder durch einen Kaffeefilter gießen
Scharf nach Alkohol frisch gesüßt eine bis zwei Wochen in der Flasche ruhen lassen
Zu süß ganzer Sirup auf einmal mit etwas Ansatz oder Wodka verlängern, beim nächsten Mal schrittweise süßen
Cremige Variante flockt Zutaten warm oder Alkohol zu schnell alles kalt, Alkohol zuletzt im dünnen Strahl

Passend bei uns

Als Basis für Vanillelikör empfehlen wir unseren Wodka, für eine mildere Variante Vest Weizen und für die dunkle Rum-Vanille-Version Piratengold.

Wer nicht drei Wochen warten will, greift zu Liqueur 31, unserem Vanille-Likör mit 31 % vol. Er ist samtig, rund und süß und schmeckt eiskalt pur, auf Crushed Ice, mit Milch auf Eis und in Desserts. Weitere Liköre stehen in unserer Likör-Auswahl.

Liqueur 31 Vanille-Likör Fertig, ohne Ziehzeit Liqueur 31 31 % vol · 0,7 Liter · 8,49 € Ansehen

Weitere Liköre zum Selbermachen stehen in unseren Ratgebern zu Weihnachtslikören und Eierlikör.


Häufige Fragen zu Vanillelikör

Wie macht man Vanillelikör selber?

Drei Vanilleschoten längs aufschneiden, das Mark auskratzen und beides mit 0,7 Liter Wodka zwei bis vier Wochen ziehen lassen. Dann die Schoten herausnehmen, einen abgekühlten Sirup aus 200 g Zucker und 200 ml Wasser einrühren und den Likör eine Woche ruhen lassen.

Wie lange muss Vanillelikör ziehen?

Zwei bis vier Wochen. Das Mark gibt sein Aroma schon in den ersten Tagen ab, die Schote braucht länger. Nach etwa drei Wochen ist der Likör rund, länger als vier Wochen bringt kaum mehr Aroma, dafür eine holzige Note.

Wie viele Vanilleschoten braucht man für einen Liter Likör?

Drei gute Schoten für 0,7 Liter Wodka, daraus wird etwa ein Liter Likör. Mit einer Spirituose auf Rumbasis, die selbst eine Vanillenote mitbringt, reichen zwei.

Kann man Vanillelikör mit Vanillezucker machen?

Das funktioniert nur schlecht. Vanillezucker enthält nur wenig echte Vanille und trübt den Likör, Vanillinzucker bringt nur den einzelnen Aromastoff Vanillin mit und schmeckt flach. Als Ersatz für die Schote eignet sich Vanilleextrakt besser.

Welcher Alkohol eignet sich für Vanillelikör?

Klassisch Wodka, weil er neutral ist und die Vanille allein stehen lässt. Ein Weizenbrand macht den Likör milder, eine Spirituose auf Rumbasis dunkler und karamelliger.

Wie viel Alkohol hat selbstgemachter Vanillelikör?

Die klare Variante mit Wodka kommt auf etwa 27 % vol: 280 ml reiner Alkohol in rund 1.020 ml Likör. Die cremige Variante mit Sahne und Kondensmilch liegt bei etwa 11 % vol.

Wie lange ist selbstgemachter Vanillelikör haltbar?

Die klare Variante hält kühl und dunkel gelagert mehrere Jahre. Die cremige Variante mit Sahne und Milch gehört in den Kühlschrank und hält dort etwa zwei bis drei Wochen.

Wie trinkt man Vanillelikör?

Gut gekühlt pur, auf Crushed Ice, mit kalter Milch auf Eis oder als Schuss im Kaffee. Er passt auch über Vanilleeis und Obst sowie in Eggnog und Irish Coffee.


Hinweis: Dieser Beitrag richtet sich an Personen ab 18 Jahren. Alkohol in Maßen genießen.

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