Eierlikör-Tiramisu hat einen Vorteil, den kaum jemand benennt: Es kommt ohne rohe Eier aus. Der Likör bringt genau das mit, wofür im klassischen Rezept getrennte Eier aufgeschlagen werden.
Das macht es nicht nur einfacher, sondern auch unkomplizierter für alle, die rohe Eier meiden. Dafür gibt es einen anderen Punkt, den man kennen sollte: Hier verdampft kein Alkohol. Anders als beim Kuchen bleibt alles im Dessert.
Hier stehen vier Desserts mit Eierlikör, die Rechnung zum Alkoholgehalt und der Grund, warum manche Cremes nicht fest werden.
- Eierlikör-Tiramisu
- Warum keine rohen Eier nötig sind
- Wie viel Alkohol steckt drin?
- Warum die Creme fest wird, oder eben nicht
- Eierlikör-Creme im Glas
- Eierlikör-Mousse
- Der Klassiker in dreißig Sekunden
- Welcher Eierlikör passt?
- Wenn es nicht wird
- Häufige Fragen
Eierlikör-Tiramisu
Zutaten für eine Form von etwa 20 x 20 cm, 8 Portionen
- 500 g Mascarpone
- 250 ml Sahne, kalt
- 200 ml Eierlikör
- 3 EL Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- etwa 200 g Löffelbiskuits
- 150 ml starker Kaffee, abgekühlt
- 50 ml Eierlikör zum Tränken
- Kakaopulver zum Bestäuben
So gehst du vor
- Sahne steif schlagen. Sie muss kalt sein, sonst wird sie nicht fest genug.
- Mascarpone glatt rühren mit Zucker und Vanillezucker. Nur kurz, sonst wird er flüssig.
- Eierlikör einrühren, langsam und in zwei Portionen. Zu schnell eingegossen wird die Masse dünn.
- Sahne unterheben, mit einem Teigschaber und von unten nach oben. Nicht rühren.
- Kaffee und Eierlikör mischen, die Löffelbiskuits kurz eintauchen, nicht einweichen. Eine Sekunde pro Seite reicht.
- Schichten: Biskuits, Creme, Biskuits, Creme. Oben glatt streichen.
- Mindestens 4 Stunden kalt stellen, besser über Nacht. Erst vor dem Servieren mit Kakao bestäuben.
Hält im Kühlschrank zwei bis drei Tage und schmeckt am zweiten Tag sogar besser, weil die Biskuits vollständig durchgezogen sind.
Warum keine rohen Eier nötig sind
Klassisches Tiramisu arbeitet mit rohem Eigelb für die Bindung und rohem Eiweiß für die Lockerheit. Das ist der Grund, warum es traditionell als heikel für Schwangere, Kleinkinder und ältere Menschen gilt.
Eierlikör ersetzt beides. Er enthält bereits Eigelb, ist durch Zucker und Alkohol konserviert und bringt zusätzlich Süße und Aroma mit. Die Lockerheit kommt aus der geschlagenen Sahne.
Das Ergebnis ist etwas anders als das Original: cremiger, süßer, weniger luftig. Dafür ohne das Risiko, das rohe Eier mit sich bringen.
Ein wichtiger Hinweis trotzdem: Das Dessert enthält Alkohol, und zwar in voller Menge. Für Schwangere ist es aus diesem Grund ungeeignet, auch wenn das Ei-Problem wegfällt.
Wie viel Alkohol steckt drin?
Beim Eierlikörkuchen verdampft rund drei Viertel des Alkohols im Ofen. Beim Dessert passiert das nicht. Es wird nicht erhitzt, also bleibt alles drin.
| Schritt | Menge |
|---|---|
| Eierlikör insgesamt | 250 ml mit etwa 20 % vol |
| Reiner Alkohol | ca. 50 ml |
| Verteilt auf 8 Portionen | ca. 6 ml pro Portion |
| Zum Vergleich: ein Glas Wein | ca. 16 ml |
Was das praktisch heißt: Eine Portion entspricht etwa einem Drittel Glas Wein. Das ist kein Kinderdessert, und bei Gästen gehört der Hinweis dazu, dass Alkohol drin ist. Beim Kuchen liegt derselbe Wert bei etwa 1 ml pro Stück, also sechsmal niedriger.
Für die alkoholfreie Variante: 200 ml Eierlikör ersetzen durch 200 ml Milch, zwei Päckchen Vanillezucker und einen Esslöffel Speisestärke, kurz aufkochen und abkühlen lassen. Zum Tränken dann reiner Kaffee.
Warum die Creme fest wird, oder eben nicht
Das häufigste Problem bei Eierlikör-Desserts: Die Creme bleibt flüssig. Dahinter stecken fast immer dieselben drei Ursachen.
- Zu viel Flüssigkeit. Eierlikör ist dünner als Mascarpone. Über 200 ml auf 500 g Mascarpone wird es kritisch. Wer mehr Likörgeschmack will, nimmt einen dickeren Likör statt mehr davon.
- Mascarpone überrührt. Mascarpone gerinnt bei zu langem Rühren und wird dann flüssig statt cremig. Nur so lange rühren, bis er glatt ist, und bei niedriger Stufe.
- Sahne nicht steif genug. Sie muss aus dem Kühlschrank kommen und wirklich fest sein. Schüsselprobe: Wenn man sie umdreht, darf nichts herauslaufen.
Rettung, wenn es schon zu spät ist: Ein Päckchen Sahnesteif oder ein Esslöffel Speisestärke unterrühren und die Form länger kalt stellen. Perfekt wird es nicht mehr, aber schnittfest.
Eierlikör-Creme im Glas
Die schnellste Variante, fertig in zehn Minuten plus Kühlzeit.
- 400 ml Sahne
- 250 g Quark oder Mascarpone
- 150 ml Eierlikör
- 2 EL Zucker
- 1 Päckchen Sahnesteif
Sahne mit Sahnesteif steif schlagen. Quark, Zucker und Eierlikör verrühren, dann die Sahne unterheben. In Gläser füllen und mindestens zwei Stunden kühlen.
Zum Schichten: abwechselnd Creme und zerbröselte Amarettini oder Spekulatius. Oben etwas Eierlikör darüber und geriebene Schokolade.
Eierlikör-Mousse
Luftiger als die Creme, dafür etwas aufwendiger.
- 300 ml Sahne
- 200 ml Eierlikör
- 3 Blatt Gelatine
- 1 EL Zucker
Gelatine in kaltem Wasser einweichen, ausdrücken und in 50 ml erwärmtem Eierlikör auflösen. Nicht kochen, sonst verliert die Gelatine ihre Bindekraft. Den restlichen Eierlikör unterrühren, kurz anziehen lassen, bis die Masse leicht dicklich wird. Dann die steif geschlagene Sahne unterheben und vier Stunden kühlen.
Der Zeitpunkt ist entscheidend: Wird die Sahne zu früh untergehoben, sinkt sie ab. Zu spät, und die Gelatine zieht Fäden. Richtig ist der Moment, in dem die Masse anfängt, am Löffel zu haften.
Der Klassiker in dreißig Sekunden
Nicht jedes Dessert braucht ein Rezept. Drei Varianten, die immer funktionieren:
- Über Vanilleeis. Zwei Kugeln, 2 cl Eierlikör darüber, fertig. Die Kombination aus kalt und cremig ist schwer zu schlagen.
- Auf Schokoladenkuchen. Ein Schuss über den noch warmen Kuchen.
- Im Kaffee. 2 cl in einen Espresso, dazu ein Löffel Sahne obenauf.
Welcher Eierlikör passt?
Für Desserts sollte der Likör möglichst dickflüssig sein. Dünne Liköre machen jede Creme instabil, und man kann das nicht durch mehr Menge ausgleichen, weil damit die Flüssigkeit weiter steigt.
Selbst gemachter Eierlikör ist hier klar im Vorteil, weil er deutlich dicker ist als die meisten gekauften und man die Süße selbst bestimmt. Bei einem Dessert mit zusätzlichem Zucker macht das viel aus.
Wie das geht, steht in unserem Beitrag Eierlikör selber machen. Für die Basis brauchst du eine neutrale Spirituose, am besten unseren Wodka mit 40 % vol.
Für selbst gemachten Eierlikör
Wodka
Ansehen
Wer eine weichere Note mag, nimmt statt Wodka den Vest Weizen, einen klaren Weizenbrand mit 34 % vol aus eigener Produktion.
Wenn es nicht wird
| Problem | Ursache | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Creme bleibt flüssig | zu viel Likör oder Mascarpone überrührt | Höchstens 200 ml auf 500 g, kurz und langsam rühren |
| Tiramisu fällt zusammen | Biskuits zu lange getränkt | Eine Sekunde pro Seite, nicht einweichen |
| Mascarpone flockig | zu kalt verarbeitet oder zu schnell gerührt | Kurz vorher aus dem Kühlschrank nehmen |
| Mousse mit Gelatinefäden | Gelatine zu heiß oder zu spät verarbeitet | Nur erwärmen, nicht kochen, und zügig weiterarbeiten |
| Schmeckt kaum nach Eierlikör | Likör zu mild | Dickeren Likör nehmen, nicht mehr Menge |
| Zu süß | Zucker plus süßer Likör | Zucker halbieren, der Likör bringt genug mit |
Mehr mit Eierlikör
In unseren Ratgebern stehen auch Eierlikör selber machen und der Eierlikörkuchen. Wer lieber einen fertigen Likör zum Dessert sucht, findet unter Likör auch cremige Sorten wie den Liqueur 31 mit Vanille.
Passt ebenfalls über Eis und Kuchen
Liqueur 31
Ansehen
Häufige Fragen
Wie macht man Eierlikör-Tiramisu?
500 g Mascarpone mit Zucker glatt rühren, 200 ml Eierlikör langsam einarbeiten und 250 ml steif geschlagene Sahne unterheben. Löffelbiskuits kurz in Kaffee mit Eierlikör tauchen, abwechselnd mit der Creme schichten und mindestens vier Stunden kalt stellen.
Braucht Eierlikör-Tiramisu rohe Eier?
Nein. Der Eierlikör enthält bereits Eigelb und ist durch Zucker und Alkohol konserviert. Die Lockerheit kommt aus der geschlagenen Sahne. Das Dessert enthält allerdings Alkohol und ist deshalb für Schwangere trotzdem nicht geeignet.
Wie viel Alkohol ist in Eierlikör-Tiramisu?
Bei 250 ml Eierlikör mit 20 Prozent vol sind das etwa 50 ml reiner Alkohol, verteilt auf acht Portionen also rund 6 ml pro Portion. Das entspricht etwa einem Drittel Glas Wein. Anders als beim Kuchen verdampft nichts, weil das Dessert nicht erhitzt wird.
Warum wird meine Eierlikör-Creme nicht fest?
Meist zu viel Likör im Verhältnis zum Mascarpone, überrührter Mascarpone oder nicht ausreichend steife Sahne. Höchstens 200 ml Likör auf 500 g Mascarpone und nur kurz bei niedriger Stufe rühren.
Wie lange hält Eierlikör-Tiramisu?
Im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Am zweiten Tag schmeckt es sogar besser, weil die Biskuits vollständig durchgezogen sind.
Kann man Eierlikör-Tiramisu einfrieren?
Nur bedingt. Die Creme verliert beim Auftauen an Struktur und wird wässrig. Besser frisch zubereiten, das geht ohnehin am Vortag.
Welcher Eierlikör eignet sich für Desserts?
Ein möglichst dickflüssiger. Dünne Liköre machen die Creme instabil, und mehr Menge verschlimmert das Problem. Selbst gemachter Eierlikör ist meist deutlich dicker als gekaufter.
Geht Eierlikör-Tiramisu auch ohne Alkohol?
Ja. 200 ml Eierlikör ersetzen durch 200 ml Milch mit zwei Päckchen Vanillezucker und einem Esslöffel Speisestärke, kurz aufkochen und abkühlen lassen. Zum Tränken dann reinen Kaffee verwenden.
Hinweis: Dieser Beitrag richtet sich an Personen ab 18 Jahren. Alkohol in Maßen genießen. Die beschriebenen Desserts enthalten Alkohol, der nicht verkocht.





Hinterlasse einen Kommentar
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.