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Gin Tonic: das richtige Verhältnis und warum die Eismenge zählt

Gin Tonic richtiges Verhältnis | Boente

Gin Tonic ist der Drink mit den wenigsten Zutaten und den meisten Meinungen. Zwei Flaschen, ein Glas, Eis. Und trotzdem schmeckt derselbe Gin in zwei Bars völlig unterschiedlich.

Das liegt selten am Gin. Es liegt am Verhältnis, am Tonic und vor allem an einer Sache, die die meisten falsch machen: zu wenig Eis. Drei Würfel im Glas sind der häufigste Grund für einen lauwarmen, verwässerten Gin Tonic.

Hier steht, worauf es wirklich ankommt, und welcher Gin zu welchem Tonic passt.

Kurz vorweg: Glas randvoll mit Eis, 5 cl Gin, 15 cl Tonic. Mehr Eis kühlt besser und schmilzt langsamer, nicht umgekehrt.


Das Grundrezept

Für ein Glas

  • 5 cl Gin
  • 15 cl Tonic Water, eiskalt
  • Eiswürfel, so viele wie ins Glas passen
  • Garnitur passend zum Gin, siehe unten

So gehst du vor

  1. Glas füllen. Randvoll mit Eiswürfeln, nicht drei Stück. Kurz umrühren und das geschmolzene Wasser abgießen, dann ist das Glas vorgekühlt.
  2. Gin dazu. 5 cl über das Eis geben und einmal kurz umrühren.
  3. Tonic aufgießen. Langsam am Barlöffel oder am Glasrand entlang einlaufen lassen. Wer mittig hineinschüttet, verliert die Hälfte der Kohlensäure.
  4. Einmal heben, nicht rühren. Mit dem Barlöffel einmal von unten nach oben durchziehen, das reicht zum Mischen.
  5. Garnieren und sofort servieren.

Das richtige Verhältnis

Der Standard liegt bei eins zu drei, also 5 cl Gin auf 15 cl Tonic. Das ist der Ausgangspunkt, von dem aus man in beide Richtungen abweichen kann.

Verhältnis Gin auf Tonic Wann es passt
1 : 2 5 cl auf 10 cl Sehr ginbetont. Nur bei milden Gins und wenn der Drink schnell getrunken wird
1 : 3 5 cl auf 15 cl Der Klassiker. Gin bleibt erkennbar, das Tonic trägt
1 : 4 5 cl auf 20 cl Leichter, gut für kräftige Gins ab 44 % vol oder für lange Abende
1 : 5 5 cl auf 25 cl Der Gin verschwindet. Dann lieber weniger Tonic nehmen

Die Faustregel: Je stärker und aromatischer der Gin, desto mehr Tonic verträgt er. Ein Gin mit 38 % vol wird bei 1:4 dünn, einer mit 44 % vol funktioniert dort noch sehr gut.


Warum mehr Eis besser ist

Das klingt zunächst falsch: Mehr Eis müsste doch mehr verwässern. Es ist genau umgekehrt.

Wenig Eis in einem warmen Glas schmilzt schnell. Drei Würfel müssen die gesamte Flüssigkeit herunterkühlen, gehen dabei fast vollständig in Wasser über, und nach fünf Minuten steht ein lauwarmer, verdünnter Drink im Glas.

Viel Eis kühlt schneller herunter und schmilzt danach kaum weiter. Die Würfel kühlen sich gegenseitig, die Gesamtoberfläche verteilt sich, und der Drink bleibt zwanzig Minuten kalt, ohne wässrig zu werden.

Zwei weitere Punkte, die viel ausmachen:

  • Große Würfel schlagen kleine. Weniger Oberfläche im Verhältnis zum Volumen bedeutet langsameres Schmelzen. Crushed Ice gehört in andere Drinks, nicht in den Gin Tonic.
  • Das Tonic muss aus dem Kühlschrank kommen. Warmes Tonic zwingt das Eis, die Kühlarbeit allein zu leisten, und verliert außerdem sofort Kohlensäure.

Welches Tonic zu welchem Gin?

Beim Gin Tonic sind rund drei Viertel des Glases Tonic. Es bestimmt den Geschmack also stärker als der Gin, und trotzdem greifen die meisten wahllos zur nächsten Flasche.

Tonic-Typ Charakter Passt zu
Klassisch (Indian Tonic) trocken, deutlich bitter durch Chinin klassischen Wacholder-Gins, London Dry
Mediterran kräuterig, weniger bitter Gins mit Kräuter- oder Zitrusnoten
Elderflower / Holunderblüte blumig und süßlich milden, floralen Gins
Dry Tonic wenig Zucker, klar aromatischen Gins, die im Vordergrund stehen sollen
Fruchtige Varianten Zitrone, Grapefruit, Beere neutralen Gins. Bei aromatischen wird es schnell zu viel

Die einfachste Regel: Aromatischer Gin braucht zurückhaltendes Tonic, neutraler Gin verträgt ein charaktervolles. Zwei starke Partner ergeben keinen doppelt guten Drink, sondern ein Durcheinander.


Welcher Gin? Die vier Stile

Gin ist kein einheitliches Produkt. Vorgeschrieben ist nur, dass Wacholder den Ton angibt. Alles andere ist offen, und deshalb schmecken zwei Gins völlig unterschiedlich.

  • London Dry. Der Klassiker: wacholderbetont, trocken, ohne Zuckerzusatz. Die sichere Wahl für einen Gin Tonic, der nach Gin Tonic schmeckt.
  • New Western oder Contemporary. Wacholder tritt zurück, dafür stehen Zitrus, Blüten oder Gewürze im Vordergrund. Zugänglicher, gut für alle, denen klassischer Gin zu herb ist.
  • Genever. Der niederländische Vorläufer des Gins, malziger und süßer. Ein anderer Drink, aber ein sehr guter.
  • Aromatisierte Gins. Mit Beeren, Gurke oder Blüten. Funktionieren gut mit neutralem Tonic, brauchen dafür kaum Garnitur.

Unsere Gins und wozu sie passen

Gin Stärke Charakter Tonic-Empfehlung
Ur Gin 40 % vol kraftvoll und klassisch, nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert klassisches Indian Tonic, das den Wacholder trägt
Der Schwatte Gin 44 % vol tiefgründig und dunkel: erdiger Wacholder, balsamische Gurke, würziger Kardamom zurückhaltendes Dry Tonic, dazu 1:4 statt 1:3
Bessen Genever 20 % vol der milde Vorläufer: fruchtig nach schwarzen Johannisbeeren neutrales Tonic, ergibt einen leichten Longdrink

Wenn du einen zum Einstieg suchst: der Ur Gin. Klassisch wacholderbetont, mit 40 % vol die richtige Stärke für einen Gin Tonic nach Lehrbuch, und mit einer Geschichte, die bis zu den Anfängen des Gins zurückreicht.

Wer es kräftiger und eigenständiger mag, nimmt den Schwatte Gin mit 44 % vol. Er bringt so viel eigenen Charakter mit, dass er ein sehr zurückhaltendes Tonic braucht und eher 1:4 vertragen kann.

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Die Garnitur: was wirklich passt

Die Garnitur ist keine Dekoration, sie verstärkt eine Note, die schon im Gin steckt. Deshalb gilt: eine Garnitur, nicht drei. Ein Glas mit Limette, Rosmarin und Pfefferkörnern schmeckt nach Durcheinander.

  • Zitronen- oder Limettenzeste. Über dem Glas ausdrücken, damit die Öle auf die Oberfläche kommen, dann hineingeben. Passt zu fast jedem klassischen Gin.
  • Gurkenscheibe. Bei Gins mit Gurkennote, längs geschnitten ins Glas.
  • Rosmarinzweig. Bei kräuterigen Gins, kurz zwischen den Fingern reiben.
  • Wacholderbeeren. Drei bis vier Stück, leicht angedrückt. Verstärkt genau das, was den Gin ausmacht.
  • Orangenzeste. Bei würzigen und wärmeren Gins.

Was selten passt: eine Zitronenscheibe mit Schale ins Glas gepresst. Das bringt Bitterstoffe aus dem Weißen der Schale und überdeckt den Gin.


Ballon oder Longdrink?

Der bauchige Ballonkelch, wie man ihn aus Spanien kennt, hat einen praktischen Grund: Die große Öffnung lässt die Aromen des Gins nach oben steigen, und es passt viel Eis hinein.

Das klassische Longdrinkglas funktioniert genauso gut und hält den Drink sogar etwas länger kalt, weil weniger Oberfläche mit der Luft in Kontakt kommt. Was zählt, ist nicht die Form, sondern dass das Glas kalt und randvoll mit Eis ist.


Varianten, die sich lohnen

  • Spanischer Gin Tonic. Ballonglas, doppelte Ginmenge, viel Eis, aufwendige Garnitur. Weniger Drink, mehr Zeremonie.
  • Gin Basil Smash. Kein Tonic: 6 cl Gin, 3 cl Zitronensaft, 2 cl Zuckersirup und eine Handvoll Basilikum kräftig shaken.
  • Gin Fizz. 5 cl Gin, 2 cl Zitronensaft, 1 cl Zuckersirup shaken und mit Sodawasser auffüllen.
  • Genever Tonic. Mit Bessen Genever statt Gin. Deutlich süßer und fruchtiger, mit 20 % vol auch leichter.
  • Alkoholfrei. Tonic pur mit Wacholderbeeren, einer Zitronenzeste und viel Eis. Kein Gin Tonic, aber ein guter Aperitif.

Wenn er nicht schmeckt

Problem Ursache Was du tun kannst
Schnell lauwarm und wässrig zu wenig Eis Glas randvoll füllen, große Würfel nehmen
Kaum Kohlensäure Tonic zu warm oder zu schnell eingegossen Tonic kalt lagern, am Glasrand einlaufen lassen
Zu bitter Chinin-starkes Tonic bei kräftigem Gin Ein milderes Tonic nehmen oder auf 1:4 gehen
Gin nicht schmeckbar zu viel Tonic oder zu dominantes Aroma Auf 1:3 gehen, neutraleres Tonic nehmen
Schmeckt nach nichts Bestimmtem zu viele Garnituren Eine Garnitur, die zum Gin passt
Bitterer Nachgeschmack Zitronenscheibe mit weißer Schale im Glas Nur die Zeste verwenden, ohne das Weiße

Unsere Gins auf einen Blick

Der Ur Gin ist derzeit nur in der Geschenkverpackung erhältlich, sonst unverändert. Die aktuelle Auswahl steht unter Gin.

Wer lieber selbst ansetzt statt zu mixen: Wie man Früchte in Alkohol einlegt, steht in unseren Beiträgen zum Schlehenlikör und zum Eierlikör.

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Häufige Fragen zum Gin Tonic

Wie viel Gin und wie viel Tonic?

Klassisch 5 cl Gin auf 15 cl Tonic, also ein Verhältnis von eins zu drei. Bei kräftigen Gins ab 44 % vol funktioniert auch eins zu vier gut.

Wie mischt man einen Gin Tonic richtig?

Glas randvoll mit Eis füllen, Gin darübergeben, dann das eiskalte Tonic langsam am Glasrand einlaufen lassen und einmal von unten nach oben durchziehen. Nicht rühren, sonst geht die Kohlensäure verloren.

Warum braucht man so viel Eis?

Weil viel Eis schneller herunterkühlt und danach kaum weiterschmilzt. Wenige Würfel schmelzen vollständig und verwässern den Drink. Große Würfel sind besser als kleine.

Welches Tonic Water nimmt man für Gin Tonic?

Das hängt vom Gin ab. Klassische Wacholder-Gins passen zu Indian Tonic, milde und florale Gins zu Elderflower oder einem trockenen Tonic. Die Regel: Aromatischer Gin braucht zurückhaltendes Tonic.

Welcher Gin eignet sich für Gin Tonic?

Für den klassischen Geschmack ein London Dry mit deutlicher Wacholdernote. Wer es zugänglicher mag, nimmt einen milderen Gin mit Zitrus- oder Blütennoten.

Wie viel Prozent hat ein Gin Tonic?

Bei 5 cl Gin mit 40 % vol auf 15 cl Tonic landet der Drink bei etwa 10 % vol, also ungefähr auf Weinniveau.

Welches Glas nimmt man für Gin Tonic?

Ballonkelch oder Longdrinkglas, beides funktioniert. Wichtiger als die Form ist, dass das Glas kalt und randvoll mit Eis ist.

Was kommt als Garnitur in den Gin Tonic?

Eine Garnitur, die zum Gin passt: Zitronenzeste zu klassischen Gins, Gurke zu Gins mit Gurkennote, Rosmarin zu kräuterigen. Mehrere Garnituren gleichzeitig überdecken sich gegenseitig.


Hinweis: Dieser Beitrag richtet sich an Personen ab 18 Jahren. Alkohol in Maßen genießen.

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